DVB-C – Digital Video Broadcasting - Cable
Abkürzung: DVB-C
DVB-C ist der Standard für digitales Fernsehen im Kabelnetz. Er teilt sich das Kabel mit dem Internetzugang nach DOCSIS, nutzt aber eigene Frequenzbereiche.
Definition DVB-C
DVB-C ist in EN 300 429 festgelegt und beschreibt, wie Fernseh- und Hörfunkprogramme über ein Koaxialkabelnetz übertragen werden. Es ersetzte die analoge Kabelübertragung.
Das Verfahren nutzt Quadraturamplitudenmodulation. In deutschen Kabelnetzen ist 256QAM üblich, in älteren Netzen 64QAM. Ein Kanal belegt 8 MHz, dieselbe Breite wie früher ein analoger Fernsehkanal, und trägt bei 256QAM rund 50 Mbit/s brutto.
In diesen 50 Mbit/s stecken mehrere Programme gleichzeitig. Wie viele, hängt von deren Auflösung und Kompression ab. Ein Kanal kann ein Dutzend Programme in Standardauflösung tragen oder nur wenige in hoher Auflösung.
Nebeneinander mit dem Internetzugang
Fernsehen und Internet laufen über dasselbe Kabel, aber in getrennten Frequenzbereichen. Das Kabelmodem sucht sich seine Kanäle, der Fernseher die seinen. Beide stören sich nicht, solange die Hausinstallation in Ordnung ist.
Daraus folgt ein praktischer Punkt: An einer Multimediadose ist der Fernsehausgang gefiltert und beginnt erst oberhalb von etwa 109 MHz. Der Rückweg des Modems liegt darunter. Wer das Modem an der Fernsehbuchse anschließt, bekommt deshalb Empfang, aber keinen brauchbaren Upload.
Umgekehrt schadet eine schlechte Hausinstallation beiden Diensten, nur unterschiedlich früh. Das Fernsehbild bleibt oft noch sauber, wenn das Internet schon Probleme macht, weil der Rückweg empfindlicher ist.
DVB-C2
Die Weiterentwicklung nach EN 302 769 arbeitet mit einem Mehrträgerverfahren statt einem einzelnen Träger je Kanal und erlaubt Modulationen bis 4096QAM. Das erhöht die Kapazität deutlich.
In Deutschland spielt DVB-C2 im Endkundenbereich kaum eine Rolle. Die Netzbetreiber haben die freiwerdende Kapazität stattdessen für den Internetzugang verwendet.
Empfang und Verschlüsselung
Ein DVB-C-Empfänger ist in den meisten Fernsehern eingebaut. Für verschlüsselte Programme wird zusätzlich ein Modul und eine Karte des Netzbetreibers gebraucht, eingesteckt in den dafür vorgesehenen Schacht.
Die Art der Verschlüsselung unterscheidet sich je nach Netz. Frei empfangbare Programme sind ohne Modul nutzbar.
Was sich geändert hat
Die analoge Verbreitung im Kabelnetz wurde in Deutschland bis 2019 beendet. Seither ist der Empfang ausschließlich digital.
Seit dem 1. Juli 2024 dürfen die Kosten für den Kabelanschluss nicht mehr über die Betriebskosten auf Mieter umgelegt werden. Wer Kabelfernsehen nutzen will, schließt seither einen eigenen Vertrag. Das hat dazu geführt, dass in vielen Haushalten der Fernsehteil wegfiel, während der Internetanschluss blieb.
Abgrenzung
DOCSIS beschreibt den Internetzugang über dasselbe Kabel. Beide Verfahren teilen sich die Infrastruktur, sind aber unabhängig voneinander.
DVB-T und DVB-S sind die Entsprechungen für terrestrischen und satellitengestützten Empfang, mit anderen Modulationsverfahren.
IPTV überträgt Fernsehen über die Internetverbindung. Das ist kein DVB-C, auch wenn dasselbe Kabel verwendet wird.
Quellen
- ETSI EN 300 429: Framing structure, channel coding and modulation for cable systems
- ETSI EN 302 769: Frame structure, channel coding and modulation for a second generation digital transmission system for cable systems (DVB-C2)
- ITU-T J.83 Annex A: Digital multi-programme systems for television, sound and data services for cable distribution