RFC 757 – Suggested solution to the naming, addressing, and delivery problem for ARPANET message systems
| Status | Unknown |
|---|---|
| Veröffentlicht | September 1979 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc757 |
RFC 757 schlägt eine Lösung für die grundlegenden Probleme der Namensgebung, Adressierung und Zustellung von Nachrichten im ARPANET vor. Es kritisiert das damalige System, das den Benutzernamen und die Host-Adresse in einer einzigen Zeichenkette (USERNAME@HOST) zusammenfasste. Dies führte zu Problemen, wenn Benutzer den Host wechselten, da sich damit auch ihre Adresse änderte, was Nachrichten unzustellbar machte. Zudem erzwang das System die Verwendung von maschinenlesbaren, aber für Menschen unbequemen Bezeichnungen.
Der Kern des Vorschlags ist die strikte Trennung von Identität und Adresse. Jedem autorisierten Netzbenutzer wird eine eindeutige, lebenslange ID zugewiesen. Ein Netzwerk-Datenbankdienst ordnet jeder ID eine oder mehrere gültige Zustelladressen zu, inklusive einer Priorität. Der Absender muss nur den Namen oder eine andere identifizierende Information des Empfängers angeben. Das System ermittelt dann aus der Datenbank die zugehörige ID und die korrekte Zustelladresse.
Historisch gesehen ist RFC 757 ein wichtiger konzeptioneller Beitrag, der die Notwendigkeit eines Verzeichnisdienstes und einer von der Adresse losgelösten Benutzerkennung aufzeigt. Die vorgeschlagenen Prinzipien – insbesondere die Trennung von Name, Adresse und Route sowie der Aufbau eines verteilten Verzeichnisses – sind fundamentale Konzepte für moderne E-Mail-Systeme und das Domain Name System (DNS), das später diese Rolle übernahm.