RFC 973 – Domain system changes and observations

Überholt: ersetzt durch RFC 1034, RFC 1035.

StatusUnknown
VeröffentlichtJanuar 1986
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc973

RFC 973 dokumentiert Änderungen an den ursprünglichen DNS-Spezifikationen RFC 882 und 883 aus dem Januar 1986. Es enthält verbindliche Aktualisierungen, Betriebsrichtlinien, Erfahrungsberichte und Problembereiche des Domain Name Systems. Zentrale Änderungen sind die Erweiterung des TTL-Felds von 16 auf 32 Bit, die Abschaffung der MD- und MF-Ressourceneinträge zugunsten des MX-Eintrags mit 16-Bit-Präferenzwerten sowie die Neudefinition der Wildcard-Semantik. Das Format der Master-Datei wird durch absolute (mit Punkt endende) und relative Domainnamen vereinheitlicht.

Die Suchlogik für Wildcards wird grundlegend überarbeitet: Ein einzelner Stern (*) im linkesten Label eines Namens in einer Zone kann beliebig viele unbekannte oder ein bekanntes Label im Anfragenamen ersetzen. Delegationen heben Wildcard-Standards grundsätzlich auf. Der Suchalgorithmus steigt von rechts nach links im Baum ab; wird der Knoten gefunden, sucht er nach Antworten; bei Fehlen wird auf Stern-Knoten der gleichen Ebene zurückgegriffen. Endet der Baum vorzeitig, wird ebenfalls der passende Stern-Knoten herangezogen.

Historisch fasst RFC 973 die praktischen Erfahrungen der ersten DNS-Implementierungen zusammen und behebt gravierende Designschwächen wie die ineffiziente Wildcard-Behandlung oder die mangelhafte Mail-Zustellung durch MD/MF. Die Einführung des MX-Eintrags prägt die Mail-Zustellung im Internet bis heute grundlegend. Die Spezifikation bleibt ein Referenzdokument für die Interpretation von DNS-Verhalten, insbesondere bei Zonentransfers und Autoritätsfragen.