RFC 1058 – Routing Information Protocol
| Status | Historic |
|---|---|
| Veröffentlicht | Juni 1988 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc1058 |
RFC 1058 definiert das Routing Information Protocol (RIP), ein Distance-Vector-Routing-Protokoll für den Austausch von Routing-Informationen zwischen Gateways und Hosts in IP-basierten Netzwerken. Es basiert auf dem Bellman-Ford-Algorithmus und wurde als de-facto-Standard für Interior Gateway Protocols (IGP) innerhalb autonomer Systeme entwickelt. RIP eignet sich besonders für mittelgroße, homogen strukturierte Netzwerke und findet vor allem in Campus- und Regionalnetzen mit seriellen Leitungen Verwendung.
Der Kern des Protokolls besteht darin, dass jeder Router periodisch seine gesamte Routing-Tabelle an benachbarte Router sendet. Die Metrik basiert auf der Hops-Zahl, wobei die maximal erlaubte Distanz 15 Hops beträgt – ein Wert von 16 gilt als unerreichbar. Zur Stabilisierung des Routing-Prozesses setzt RIP auf Mechanismen wie Split Horizon, um Routingschleifen zu vermeiden, und Triggered Updates, um bei Topologieänderungen sofort zu reagieren. Der Austausch erfolgt über UDP-Port 520 im Standard- oder Broadcast-Modus.
Historisch gesehen war RIP das am weitesten verbreitete IGP in den frühen Tagen des Internets und der ARPANET-Ära. Obwohl es durch moderne Protokolle wie OSPF oder IS-IS weitgehend abgelöst wurde, findet es aufgrund seiner Einfachheit und leichten Konfiguration weiterhin Einsatz in kleinen Netzwerken und Embedded-Systemen. Die Definition in RFC 1058 formalisierte das bereits existierende Protokoll "routed" der Berkeley-Unix-Distribution und stellte die Interoperabilität zwischen verschiedenen Implementierungen sicher.