RFC 1075 – Distance Vector Multicast Routing Protocol
| Status | Experimental |
|---|---|
| Veröffentlicht | November 1988 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc1075 |
RFC 1075 spezifiziert das Distance Vector Multicast Routing Protocol (DVMRP), ein experimentelles Interior-Gateway-Protokoll für das Routing von Multicast-Datagrammen in IP-Netzen. Es baut auf dem Routing Information Protocol (RIP) auf und implementiert Multicast-Funktionalität mittels des Truncated Reverse Path Broadcasting (TRPB)-Algorithmus. DVMRP ist für den Einsatz innerhalb eines autonomen Systems konzipiert und nicht für das Routing zwischen verschiedenen autonomen Systemen.
Der Kern des Protokolls besteht darin, dass Router mithilfe von Distanzvektor-Updates die Rückweg zu den Quellen von Multicast-Datagrammen verfolgen. Dies unterscheidet sich grundlegend von RIP, das auf das Routing zu einem Ziel ausgerichtet ist. DVMRP nutzt das Internet Group Management Protocol (IGMP) zum Austausch von Routing-Informationen und verwendet getaggte Datenströme, um Erweiterbarkeit zu ermöglichen. Zu den Nachrichtentypen gehören unter anderem Response-, Request- und Non-Membership-Report-Nachrichten.
Historisch gesehen war DVMRP ein früher experimenteller Ansatz für Multicast-Routing im Internet, der die Grundlage für spätere Protokolle wie PIM legte. Die Implementierung wurde damals nicht empfohlen, und das Protokoll gilt heute als veraltet. Dennoch trug es maßgeblich zum Verständnis von Multicast-Routing bei und war in den 1990er Jahren im Multicast-Backbone (MBone) im Einsatz.