RFC 1123 – Requirements for Internet Hosts - Application and Support
| Status | Internet Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | Oktober 1989 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc1123 |
RFC 1123 definiert die Anforderungen an Internet-Hostsoftware für die Anwendungs- und Unterstützungsprotokolle. Gemeinsam mit RFC 1122, das die Kommunikationsprotokolle (Link-, IP- und Transportschicht) behandelt, bildet es die grundlegende Spezifikation für Internet-Hosts. Das Dokument präzisiert, ergänzt und korrigiert die primären Standardprotokolldokumente. Schwerpunkte sind TELNET, FTP, SMTP, TFTP und der Domain Name Service. Es etabliert das Robustheitsprinzip, wonach Sender strikt nach den Protokollen handeln und Empfänger tolerant gegenüber Abweichungen sein sollen.
Der Kern des RFCs liegt in der Definition verbindlicher, empfohlener und optionaler Anforderungen für die Implementierung jedes Protokolls. Für SMTP werden beispielsweise der Umgang mit Warteschlangen, Timeouts, zuverlässiger Nachrichtenübertragung und Mail-Gatewaying detailliert geregelt. Bei FTP werden Datenverbindungsmanagement, PASV und LIST Kommandos spezifiziert, während TELNET Optionen und Zeilenende-Konventionen definiert. Der Abschnitt zum Domain Name Service legt die korrekte Nutzung von MX Records und die Auflösung von Hostnamen fest.
Historisch spielte RFC 1123 eine entscheidende Rolle bei der Standardisierung des damals wachsenden Internets. Es beseitigte Uneindeutigkeiten in früheren RFCs und schuf eine konsistente Grundlage für interoperable Host-Implementierungen. Viele seiner Festlegungen, insbesondere für SMTP, FTP und DNS, sind bis heute aktuell und bilden die Basis für die Stabilität und Zuverlässigkeit der Kernanwendungsdienste. Auch das Robustheitsprinzip hat bis heute Gültigkeit als Leitlinie für Protokollimplementierungen.