RFC 1190 – Experimental Internet Stream Protocol: Version 2 (ST-II)

Überholt: ersetzt durch RFC 1819.

StatusExperimental
VeröffentlichtOktober 1990
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc1190

RFC 1190 spezifiziert den Experimental Internet Stream Protocol Version 2 (ST-II), ein Protokoll der IP-Schicht, das Ende-zu-Ende garantierte Dienstgüte (Quality of Service) über ein Internet bereitstellt. ST-II ist die Weiterentwicklung des ursprünglichen Stream Protocol (ST) aus IEN-119 und erweitert dieses um die Unterstützung einer breiteren Anwendungspalette und erleichterter Implementierbarkeit. Es ist nicht abwärtskompatibel mit Version 1, bewahrt jedoch dessen Architektur und Philosophie.

Der Kern von ST-II basiert auf der Einrichtung eines expliziten, verbindungsorientierten Streams vom Sender (Origin) zu einem oder mehreren Empfängern (Targets). Vor der Datenübertragung wird über das ST Control Message Protocol (SCMP) eine Verbindung aufgebaut, Ressourcen entlang der Route reserviert und eine eindeutige Stream-Kennung (Stream ID) vergeben. Datenpakete werden dann mit verkürztem Header über diesen festgelegten Pfad übertragen, was eine effiziente und vorhersagbare Zustellung mit garantierten Latenz- und Bandbreitenanforderungen ermöglicht.

Historisch spielte ST-II eine wichtige Rolle als experimentelles Protokoll für Echtzeitanwendungen, insbesondere Audio- und Videokonferenzen, zu einer Zeit, als das Internet noch keine nativen Mechanismen für Dienstgütegarantien bot. Es legte konzeptionelle Grundlagen für spätere reservierungsbasierte Protokolle wie RSVP, wurde jedoch nie als Standard verabschiedet, sondern blieb ein Experiment. Heute ist es vor allem von historischem Interesse, da es zentrale Ideen für die Entwicklung von Quality-of-Service-Mechanismen im Internet bereitstellte.