RFC 1279 – X.500 and Domains
| Status | Experimental |
|---|---|
| Veröffentlicht | November 1991 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc1279 |
RFC 1279 spezifiziert ein experimentelles Verfahren zur Repräsentation von Domain-Namen aus dem Domain Name System (DNS) in der X.500-Verzeichnisstruktur. Es schlägt eine lose Kopplung zwischen der DNS-Hierarchie und dem X.500 Directory Information Tree (DIT) vor, wobei organisatorische X.500-Namen eine höhere, beschreibendere Namensebene oberhalb der Domain-Namen bilden. Explizit wird keine algorithmische Abbildung oder Gleichsetzung der beiden Hierarchien angestrebt, sondern eine Darstellung von DNS-Informationen im DIT mittels neuer Attributtypen und Objektklassen wie „DomainComponent“ und „Domain“.
Der Kernmechanismus besteht in der Einführung der Attributklasse „DomainComponent“ mit dem Typ CaseIgnoreIA5String sowie der Objektklassen „Domain“ und „RFC822Mailbox“. Domain-Namen werden als Pfad aus DomainComponent-RDN-Werten im DIT abgebildet, wobei der lokale Teil einer RFC-822-Mailbox als unterste Hierarchiestufe behandelt wird. Eine schwache Verknüpfung zwischen organisatorischem und domain-basiertem Teil des DIT erfolgt über spezielle Attribute wie „AssociatedName“. Dies erlaubt das Durchsuchen und Verwalten von Domain-Informationen mit X.500-Werkzeugen, ohne das DNS operativ zu ersetzen.
Historisch adressiert RFC 1279 aus dem Jahr 1991 die Integration von OSI-Directory-Diensten (X.500) mit dem Internet-DNS, vor allem für die britische akademische Gemeinschaft. Es bleibt ein Experiment und war nie als Produktionssystem für das DNS gedacht. Aktuell ist der Ansatz vor allem für das Verständnis früher Interoperabilitätskonzepte zwischen OSI- und Internet-Protokollen sowie für die Entwicklung von Verzeichnisdiensten von Bedeutung, die sowohl hierarchische als auch attributbasierte Namensräume kombinieren.