RFC 1350 – The TFTP Protocol (Revision 2)
| Status | Internet Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | Juli 1992 |
| Ersetzt | RFC 783 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc1350 |
RFC 1350 spezifiziert das Trivial File Transfer Protocol (TFTP) in der Revision 2, einen sehr einfachen, dateibasierten Übertragungsdienst. Das Protokoll ist auf dem UDP-Datagrammdienst implementiert und beschränkt sich auf die grundlegenden Operationen Lesen und Schreiben von Dateien. Es unterstützt die Übertragungsmodi NetASCII und Oktett (binär), wobei der Mail-Modus als obsolet erklärt wird. Verzeichnisabfragen oder Benutzerauthentifizierung sind nicht vorgesehen, was TFTP bewusst schlank und einfach implementierbar hält.
Die Datenübertragung erfolgt im Lock-Step-Verfahren: Der Sender teilt die Datei in fixe 512-Byte-Blöcke auf, die jeweils einzeln quittiert werden müssen. Ein Datenpaket mit weniger als 512 Bytes signalisiert das Ende der Übertragung. Bei Paketverlusten löst ein Timeout auf der Empfängerseite eine erneute Sendung des letzten bereits gesendeten Pakets aus, woraufhin der ursprüngliche Sender das verlorene Paket wiederholt. Fehlerbedingungen werden durch ein nicht quittiertes Error-Paket signalisiert, was zu einem Verbindungsabbruch führt; Timeouts dienen als Fallback-Mechanismus, falls das Error-Paket verloren geht.
TFTP hat historisch eine wichtige Rolle im Netzwerkstart und der Firmware-Aktualisierung von Netzwerkgeräten gespielt, da es ohne konfigurierbare Authentifizierung oder komplexe Transportschicht-Features auskommt. Die Spezifikation behebt in dieser Revision den bekannten „Sorcerer’s Apprentice“-Bug und bleibt die Grundlage für Bootloader-Protokolle wie BOOTP und DHCP. Trotz seiner Einfachheit und der fehlenden Sicherheit wird TFTP aufgrund seiner leichten Implementierbarkeit bis heute in geschlossenen Netzwerken oder für Tests eingesetzt.