RFC 1434 – Data Link Switching: Switch-to-Switch Protocol
Überholt: ersetzt durch RFC 1795.
| Status | Informational |
|---|---|
| Veröffentlicht | März 1993 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc1434 |
RFC 1434 beschreibt das Switch-to-Switch Protocol (SSP) für Data Link Switching (DLS), eine von IBM entwickelte Kopplungstechnik, um SNA- und NetBIOS-Verkehr über TCP/IP-Netze zu transportieren. DLS fungiert nicht als klassischer Bridge oder Router, sondern terminiert die Data Link Control (DLC) auf beiden Seiten und kapselt die Daten in TCP-Verbindungen zwischen zwei Switches. Dadurch werden LLC-Typ-2-Verbindungen, die für lokale Netze mit kurzen Latenzen ausgelegt sind, nicht über das Weitverkehrsnetz geführt.
Der Kern des Protokolls besteht darin, dass der DLS-Switch die LLC-Verbindung lokal terminiert und deren Daten über eine zuverlässige TCP-Verbindung an einen entfernten Switch weiterleitet. Dies verhindert DLC-Timeouts über das WAN, reduziert Bestätigungsverkehr (RRs) und ermöglicht lokale Polling-Prozeduren für SDLC-Anschlüsse. SSP definiert die Frame-Formate und Nachrichtentypen für Verbindungsaufbau, -abbau und Flusssteuerung zwischen den Switches sowie die Adressierung über MAC-Adressen oder NetBIOS-Namen.
Historisch bedeutsam ist RFC 1434 als Grundlage für die Integration von Mainframe- und LAN-basierten SNA/NetBIOS-Protokollen in Multiprotokoll-Router. Obwohl nie ein Internetstandard, war DLS eine pragmatische Lösung, um veraltete, zeitkritische DLC-Verfahren in IP-basierten Infrastrukturen zu betreiben, und beeinflusste spätere Entwicklungen wie DLSw (RFC 1795). Heute ist es technisch weitgehend von moderneren Verfahren abgelöst.