RFC 1752 – The Recommendation for the IP Next Generation Protocol

StatusProposed Standard
VeröffentlichtJanuar 1995
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc1752

RFC 1752 dokumentiert die Empfehlung der IPng Area Directors der IETF zur Ablösung von IPv4 und legt die technische Grundlage für IPv6 fest. Angesichts der absehbaren Erschöpfung des IPv4-Adressraums und der wachsenden Anforderungen an das Internet wurde ein mehrjähriger Evaluierungsprozess durchgeführt. Dabei wurden mehrere Kandidatenprotokolle anhand definierter technischer Kriterien geprüft und für unzureichend befunden. Aus einer überarbeiteten Fassung des Simple Internet Protocol Plus (SIPP) mit 128-Bit-Adressen ging schließlich der Nachfolger hervor, der als IPv6 bezeichnet wird.

Der Kern der Spezifikation umfasst ein vereinfachtes Paketheader-Format mit hierarchischen Adressen, die eine strenge Routenaggregation ermöglichen und den Adressbedarf für absehbare Zeit decken. Die Protokolländerungen betreffen insbesondere die flexible Kodierung von Header-Optionen sowie integrierte Paket-Authentisierung und Verschlüsselung. Hinzu kommen Mechanismen zur automatischen Adresskonfiguration (Plug-and-Play) und zur Kennzeichnung von Verkehrsflüssen.

Historisch stellt RFC 1752 einen zentralen Meilenstein in der Entwicklung des Internets dar. Es beendete die Phase der Protokollsuche und leitete die Standardisierung und Implementierung von IPv6 ein. Das Dokument enthält konkrete Arbeitsaufträge an die IETF, etwa zur Bildung von Arbeitsgruppen für Adressautokonfiguration, Übergangsmechanismen und zur Überarbeitung bestehender Standards, die bis heute die Weiterentwicklung des Protokolls prägen.