RFC 1827 – IP Encapsulating Security Payload (ESP)
Überholt: ersetzt durch RFC 2406.
| Status | Proposed Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | August 1995 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc1827 |
RFC 1827 spezifiziert das IP Encapsulating Security Payload (ESP), einen Mechanismus zur Gewährleistung von Integrität und Vertraulichkeit für IP-Datagramme. ESP kann unter bestimmten Umständen auch Authentifizierung bieten, jedoch keine Nichtabstreitbarkeit oder Schutz vor Verkehrsanalyse. Das Protokoll arbeitet sowohl mit IPv4 als auch mit IPv6 und ist ein zentraler Bestandteil der IP-Sicherheitsarchitektur.
Der Kern von ESP besteht darin, die zu schützenden Daten zu verschlüsseln und in den Datenbereich des ESP-Pakets zu platzieren. Im Transportmodus wird der ESP-Header unmittelbar vor den Transport-Protokoll-Header eingefügt, während im Tunnelmodus das gesamte originale IP-Datagramm verschlüsselt und in ein neues IP-Datagramm mit unverschlüsselten Headern eingebettet wird. Ein Security Parameter Index (SPI) identifiziert die Sicherheitsassoziation, die Algorithmen und Schlüssel festlegt. Die Schlüsselverwaltung ist bewusst entkoppelt und nicht Teil dieser Spezifikation.
Historisch ist RFC 1827 ein grundlegender Baustein der IPSec-Architektur, die später durch RFC 2406 und RFC 4303 abgelöst wurde. Es legte die Basis für Vertraulichkeit und Integrität auf der IP-Ebene, was für sichere Kommunikation über unsichere Netze wie das Internet essenziell ist. Heute bilden die darin eingeführten Konzepte wie Sicherheitsassoziationen und die Trennung von Verschlüsselung und Authentifizierung die Grundlage moderner VPN-Technologien.