RFC 1990 – The PPP Multilink Protocol (MP)

StatusDraft Standard
VeröffentlichtAugust 1996
ErsetztRFC 1717
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc1990

RFC 1990 spezifiziert das PPP Multilink Protocol (MP), ein Verfahren zur Aufteilung, Neuordnung und Sequenzierung von Datagrammen über mehrere logische Datenverbindungen. Es ermöglicht die Bündelung mehrerer paralleler PPP-Links, wie sie etwa bei ISDN-Basis- oder -Primärratenanschlüssen vorkommen, zu einer virtuellen Leitung mit höherer Bandbreite. Ziel ist es, Bandbreite bei Bedarf bereitzustellen, ohne auf bit-synchrone Hardwarelösungen angewiesen zu sein.

Der Kern des Protokolls ist die Fragmentierung von PDUs mittels eines mehrstelligen Sequenzierungsheaders, der eine korrekte Reihenfolge der Fragmente sicherstellt. Die Mitgliedslinks eines solchen Bündels werden während der LCP-Aushandlung identifiziert und konfiguriert. Die Optionen umfassen Parameter wie die maximale Reassemblierungseinheit (MRRU) und Endpunkt-Diskriminatoren zur eindeutigen Identifizierung. Ein System signalisiert seine Multilink-Fähigkeit mittels LCP-Optionen und kann nach erfolgreicher Aushandlung fragmentierte Pakete senden.

Historisch und aktuell relevant ist RFC 1990 als Standard-Track-Protokoll, das die Grundlage für die Nutzung mehrerer ISDN-Kanäle legte. Es überarbeitet das frühere RFC 1717 und ist abwärtskompatibel. Obwohl ISDN heute weniger verbreitet ist, bleibt das Prinzip für andere Szenarien mit parallelen PPP-Links, wie async-Leitungen oder X.25-SVCs, bedeutsam und zeigt den Bedarf an Bandbreitenaggregation auf der Vermittlungsschicht.

Im Lexikon