RFC 2205 – Resource ReSerVation Protocol (RSVP) -- Version 1 Functional Specification
| Status | Proposed Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | September 1997 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc2205 |
RFC 2205 spezifiziert Version 1 des Resource ReSerVation Protocol (RSVP), ein Signalprotokoll zur Reservierung von Netzwerkressourcen in einer Integrated Services Internet-Umgebung. RSVP ermöglicht es Hosts, von der Empfängerseite aus initiierte Dienstgüteanforderungen (Quality of Service, QoS) für Datenflüsse zu stellen. Das Protokoll ist nicht selbst routingfähig, sondern nutzt die vorhandenen Unicast- und Multicast-Routingtabellen, um QoS-Anfragen entlang des Pfades zwischen Sender und Empfänger zu transportieren. Es arbeitet auf Ebene eines Transportprotokolls, transportiert jedoch keine Nutzdaten, sondern fungiert als Internet-Kontrollprotokoll.
Der Kern des Protokolls besteht aus zwei grundlegenden Nachrichtentypen: Path-Nachrichten, die vom Sender ausgehen und den Datenpfad beschreiben, sowie Resv-Nachrichten, die vom Empfänger zurückgesendet werden und die eigentliche Ressourcenreservierung entlang des Pfades vornehmen. RSVP verwendet einen Soft-State-Mechanismus, bei dem reservierte Zustände periodisch durch Path- und Resv-Nachrichten erneuert werden müssen. Bei Ausbleiben der Erneuerung verfallen die Reservierungen automatisch, was eine hohe Robustheit gegenüber Netzwerkveränderungen und Routerausfällen bietet.
Historisch gesehen war RSVP ein zentraler Bestandteil der Integrated Services-Architektur und sollte QoS im klassischen Internet ermöglichen. Obwohl es sich aufgrund seiner Komplexität und des Aufwands für die Zustandsverwaltung in großen Netzen nicht breitflächig durchsetzte, legte es wichtige Grundlagen für moderne QoS-Konzepte und wird in speziellen Umgebungen wie MPLS-TE (Traffic Engineering) weiterhin genutzt. Seine Empfängerorientierung und die Unterstützung heterogener Anforderungen in Multicast-Gruppen blieben richtungsweisend für nachfolgende Protokolle.