RFC 2474 – Definition of the Differentiated Services Field (DS Field) in the IPv4 and IPv6 Headers
| Status | Proposed Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | Dezember 1998 |
| Ersetzt | RFC 1349, RFC 1455 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc2474 |
RFC 2474 definiert das Differentiated Services Field (DS-Feld) im IPv4- und IPv6-Header, das den früheren IPv4-TOS-Oktett und den IPv6-Traffic-Class-Oktett ersetzt. Dieses Feld ermöglicht skalierbare Dienstunterscheidungen im Internet, ohne dass für jeden Datenstrom an jedem Knotenpunkt Zustandsinformationen oder Signalisierung erforderlich sind. Es enthält einen sechs Bit breiten Differentiated Services Code Point (DSCP), der die Per-Hop-Behavior (PHB) festlegt, die ein Paket in einem Netzwerkknoten erfährt.
Der Kern des Differenzierten Dienstmodells besteht darin, dass Pakete an Netzwerkgrenzen durch Setzen des DSCP-Wertes markiert werden. Innerhalb des Netzwerks verwenden Router diesen Codepunkt, um das Paket gemäß einer zugeordneten Weiterleitungsbehandlung zu behandeln, die durch Puffermanagement und Paketplanungsmechanismen realisiert wird. Das RFC spezifiziert auch eine Basisauswahl von PHBs, darunter einen Standard-PHB und Class-Selector-Codepunkte, die Abwärtskompatibilität mit der früheren IP-Precedence-Nutzung gewährleisten. Die Verkehrskonditionierung an Netzwerkgrenzen stellt sicher, dass markierte Pakete den vereinbarten Dienstparametern entsprechen.
Historisch gesehen legte dieses RFC den Grundstein für das Differentiated Services (DiffServ)-Modell, das eine praktikable Alternative zum integrierten Dienstmodell (IntServ) darstellt, da es ohne pro-Stream-Signalisierung auskommt. Es bildet die Grundlage für moderne Dienstgüte-Implementierungen (QoS) in großen IP-Netzen und wird von Routern und Switches weltweit unterstützt. Obwohl das RFC aus dem Jahr 1998 stammt, bleibt es aktuell und definiert die grundlegende Architektur, auf der differenzierte Dienste im Internet aufbauen.