RFC 2516 – A Method for Transmitting PPP Over Ethernet (PPPoE)
| Status | Informational |
|---|---|
| Veröffentlicht | Februar 1999 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc2516 |
RFC 2516 definiert das Point-to-Point Protocol over Ethernet (PPPoE), ein Verfahren zur Kapselung von PPP-Frames in Ethernet-Frames. Es ermöglicht mehreren Hosts in einem lokalen Ethernet-Netzwerk, über ein einfaches Bridging-Gerät (z. B. ein DSL-Modem) separate PPP-Sitzungen zu einem Access Concentrator aufzubauen. Dies kombiniert die Kosteneffizienz von Ethernet mit den etablierten PPP-Funktionen wie Authentifizierung, Zugangskontrolle und Abrechnung auf Benutzerebene.
Der Kern des Protokolls besteht aus zwei Phasen: der Discovery-Phase und der PPP-Session-Phase. In der Discovery-Phase sendet ein Host einen Broadcast (PADI), Access Concentratoren antworten mit Offers (PADO), der Host wählt einen aus und fordert eine Session an (PADR), woraufhin der Access Concentrator mit einer Bestätigung (PADS) eine eindeutige Session-ID vergibt. Erst danach beginnt die eigentliche PPP-Session, bei der die PPP-Pakete direkt über Ethernet mit einem eigenen EtherType (0x8864) gekapselt werden.
Historisch war RFC 2516 grundlegend für den breitbandigen Internetzugang über DSL, da es die Abrechnung und Authentifizierung pro Benutzer ermöglichte, ohne dass jeder Host eine eigene physische Verbindung benötigte. Obwohl es nie ein Internetstandard wurde, ist das Verfahren weit verbreitet und bildet die Grundlage vieler DSL-Zugangsnetze. Es bleibt relevant für ältere Infrastrukturen, wird aber zunehmend durch modernere Verfahren wie PPPoEoA oder native IP-Konnektivität ergänzt.