RFC 3063 – MPLS Loop Prevention Mechanism

StatusExperimental
VeröffentlichtFebruar 2001
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc3063

RFC 3063 definiert ein experimentelles Verfahren zur Schleifenvermeidung beim Aufbau von Label Switched Paths (LSPs) in MPLS-Netzen. Die Grundlage bildet ein „Thread“-Mechanismus, bei dem jeder neu aufgebaute Pfad einen eindeutigen Farbcode erhält. Wenn ein Label Switching Router (LSR) einen neuen Next Hop für eine Forwarding Equivalence Class (FEC) ermittelt, sendet er einen Thread mit dieser Farbe stromabwärts. Ein Thread durchläuft die Knoten bis zum Egress und sammelt dabei Hop Counts. Erreicht ein Thread einen Knoten, den er bereits passiert hat, wird eine Schleife erkannt, da die Farbe eindeutig ist. Solange ein Thread aktiv ist, werden keine Label vergeben; die Schleifenfreiheit wird erst nach erfolgreichem „Rewind“ des Threads garantiert.

Der Kernalgorithmus arbeitet verteilt: Beim Erkennen einer Schleife wird der Thread gestoppt und stromaufwärts ein Fehler gemeldet. Nur Knoten stromabwärts des Änderungspunkts sind involviert. Der Mechanismus benötigt keine Pfadvektoren, sondern verwendet feste Zustandsinformationen (Farbe und Hop Count) pro Next Hop, was die Skalierbarkeit verbessert. Er ist sowohl mit als auch ohne VC-Merge sowie mit geordneter Downstream-on-Demand- oder Downstream-Zuteilung kompatibel.

Historisch adressiert RFC 3063 ein Kernproblem früher MPLS-Implementierungen: die Vermeidung von temporären Routing-Schleifen während des LSP-Aufbaus. Der Ansatz ist robuster als diffusionsbasierte Verfahren und spart Bandbreite durch kleine Nachrichten. Als experimentelles RFC diente es als Grundlage für spätere, effizientere Loop-Prevention-Mechanismen in MPLS, auch wenn es nie zum Standard erhoben wurde.