RFC 3066 – Tags for the Identification of Languages

Überholt: ersetzt durch RFC 4646, RFC 4647.

StatusBest Current Practice
VeröffentlichtJanuar 2001
ErsetztRFC 1766
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc3066

RFC 3066 definiert Sprach-Tags zur Identifikation der Sprache, die in einem Informationsobjekt verwendet wird. Diese Tags bestehen aus einem primären Subtag (1–8 Buchstaben) und optionalen weiteren Subtags, die durch Bindestriche getrennt werden. Zweibuchstabige primäre Subtags basieren auf ISO 639-1, dreibuchstabige auf ISO 639-2. Das Präfix "i" ist für IANA-registrierte Werte reserviert, "x" für private Nutzung. Der zweite Subtag kann ein Ländercode nach ISO 3166 sein oder bei drei bis acht Zeichen bei der IANA registriert werden. Die Syntax ist case-insensitiv, aber Konventionen zur Groß-/Kleinschreibung bestehen.

Der Kern des Mechanismus liegt in der hierarchischen Kombination von Subtags, um Sprache, Region, Dialekt oder Variante präzise zu kennzeichnen, etwa en-US für amerikanisches Englisch oder sgn-US-MA für Gebärdensprache von Martha’s Vineyard. Tags aus standardisierten Codes (ISO 639, ISO 3166) müssen nicht registriert werden, während andere Kombinationen über einen IANA-Registrierungsprozess autorisiert werden. Bei Mehrdeutigkeit ist stets der präziseste und standardkonformste Tag zu wählen, wobei ISO-639-1-Codes Vorrang vor ISO-639-2-Codes haben und IANA-registrierte Tags (i-Präfix) zugunsten von ISO-Tags abgelehnt werden sollen.

Historisch löste RFC 3066 seinen Vorgänger RFC 1766 ab und etablierte eine Basis für die Sprachkennzeichnung in Internetprotokollen wie HTTP (Content-Language), HTML oder XML. Es legte den Grundstein für die späteren Erweiterungen durch BCP 47 und RFC 4646, die den Tag-Mechanismus noch flexibler gestalteten. Aktuell ist das Dokument als Best Current Practice (BCP 47) weiterhin relevant, auch wenn es formal durch RFC 5646 überholt wurde. Es definiert die Grundstruktur, die für internationale Anwendungen, Lokalisierung und mehrsprachige Inhalte essenziell