RFC 3180 – GLOP Addressing in 233/8
| Status | Best Current Practice |
|---|---|
| Veröffentlicht | September 2001 |
| Ersetzt | RFC 2770 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc3180 |
RFC 3180 definiert die GLOP-Adressierung im IPv4-Multicast-Bereich 233/8. Es handelt sich um ein Verfahren zur statischen Zuweisung von Multicast-Adressen, bei dem jede Organisation mit einer eigenen Autonomous System Number (ASN) automatisch einen /24-Adressblock erhält. Dies löst das Problem, dass dynamische Zuweisungsmechanismen wie SDR für viele aktuelle Bereitstellungsmodelle, etwa bei Content-Aggregatoren, nicht geeignet sind.
Der Kernmechanismus nutzt die AS-Nummer direkt zur Adressbildung: Auf die feste erste Oktett 233 folgen 16 Bit der AS-Nummer (binär, links mit Nullen aufgefüllt), die in das zweite und dritte Oktett der IPv4-Adresse abgebildet werden. Das vierte Oktett bleibt für lokale Verwendung. Beispielsweise ergibt AS 5662 den Adressblock 233.22.30.0/24. Dies ermöglicht eine automatische Zuweisung ohne zusätzlichen Registrierungsschritt, funktioniert jedoch nur mit zweibytigen AS-Nummern.
Historisch löst RFC 3180 das Problem der fehlenden globalen Multicast-Adresszuweisung, da Ansätze wie MALLOC nicht breit implementiert wurden. Es ersetzt RFC 2770 und bleibt als Best Current Practice relevant für Szenarien, die keine dynamische Zuweisung oder Source Specific Multicast nutzen. Die Verwendung von AS-Nummern reduziert zudem die Angriffsfläche für Denial-of-Service-Angriffe im Vergleich zu dynamischen Verfahren.