RFC 4193 – Unique Local IPv6 Unicast Addresses
| Status | Proposed Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | Oktober 2005 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc4193 |
RFC 4193 definiert ein global eindeutiges, aber nicht global routingfähiges IPv6-Unicast-Adressformat für lokale Kommunikation innerhalb eines Standorts (Site). Die Adressen verwenden das Präfix FC00::/7, wobei das achte Bit (L-Bit) zwischen lokal zugewiesenen Global IDs (L=1) und zukünftigen zentral verwalteten Zuweisungen (L=0) unterscheidet. Der Kern des Formats besteht aus einer 40-Bit Global ID, einer 16-Bit Subnet ID und einer 64-Bit Interface ID.
Die Global ID wird pseudo-zufällig generiert, um Kollisionen und Aggregation zu vermeiden. Dadurch sind die Adressen mit hoher Wahrscheinlichkeit eindeutig, ohne zentrale Koordinierung. Sie sind innerhalb einer Site routingfähig und können zwischen Sites verbunden werden, ohne Adresskonflikte oder Renumbering zu verursachen. Unternehmen können sie für interne Kommunikation, VPNs oder als Ersatz für private IPv4-Adressen nutzen, da sie ISP-unabhängig sind und auch ohne Internetanbindung funktionieren.
Historisch lösen Unique Local Addresses (ULAs) die Probleme der älteren Site-Local-Adressen (RFC 3513), die mehrdeutig und schwer zu filtern waren. Aktuell dienen ULAs als Standard für lokale IPv6-Kommunikation, wobei globale Unicast-Adressen für die Internetanbindung bevorzugt werden. Sie ermöglichen einfaches Filtern an Standortgrenzen, verhindern versehentliches Leaken und unterstützen Anwendungen, die sie wie globale Adressen behandeln können.