RFC 4456 – BGP Route Reflection: An Alternative to Full Mesh Internal BGP (IBGP)
| Status | Draft Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | April 2006 |
| Ersetzt | RFC 1966, RFC 2796 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc4456 |
RFC 4456 spezifiziert das Verfahren der BGP-Routenreflexion, das eine Alternative zur vollständigen Vermaschung (Full Mesh) aller internen BGP-Sprecher (IBGP) innerhalb eines autonomen Systems (AS) darstellt. In einem Full-Mesh muss jeder BGP-Sprecher eine IBGP-Sitzung mit jedem anderen unterhalten, was zu n*(n-1)/2 Sitzungen führt und bei vielen Routern nicht skaliert. Die Routenreflexion löst dieses Problem, indem bestimmte Router, die sogenannten Route Reflectors (RR), eingehende IBGP-Routen an andere IBGP-Peers weitergeben dürfen.
Der Kern des Verfahrens besteht darin, dass ein RR die internen Peers in zwei Gruppen unterteilt: Client-Peers und Non-Client-Peers. Der RR reflektiert Routen zwischen diesen Gruppen und kann Routen auch zwischen Client-Peers weitergeben. Während die Non-Client-Peers untereinander weiterhin vollständig vermascht sein müssen, entfällt diese Anforderung für die Client-Peers, was die Anzahl der benötigten IBGP-Sitzungen drastisch reduziert. Um Routingschleifen zu verhindern, wurden zwei neue optionale, nicht-transitive BGP-Attribute eingeführt.
Historisch stellt RFC 4456 einen wichtigen Meilenstein für die Skalierbarkeit von BGP in großen Netzwerken dar. Es gehört zur Standards-Track-Reihe der IETF und ersetzt die Vorgänger RFC 2796 und RFC 1966. Das Verfahren ist aufgrund seiner Einfachheit, der einfachen Migration von einer Full-Mesh-Konfiguration und der Kompatibilität mit nicht-konformen IBGP-Peers weit verbreitet und wird bis heute in nahezu allen größeren IP-Netzen eingesetzt.