TAE – Telekommunikations-Anschluss-Einheit
Abkürzung: TAE
Die TAE ist die deutsche Telefondose. Ihre Kodierung entscheidet, welches Gerät in welche Buchse gehört.
Definition TAE
Die Telekommunikations-Anschluss-Einheit ist die in Deutschland genormte Anschlussdose für Telefonleitungen. Sie löste in den 1980er-Jahren die zuvor fest angeschlossenen Geräte ab und machte Endgeräte steckbar.
Die Buchse hat sechs Kontakte. Belegt sind üblicherweise nur zwei davon, für die beiden Adern der Leitung. Die übrigen dienten Zusatzfunktionen, die heute keine Rolle mehr spielen.
Die Kodierung
Der Steckplatz ist mechanisch kodiert, damit nicht jedes Gerät in jede Buchse passt. Zwei Kodierungen sind gebräuchlich:
- F für Fernsprechen, also Telefone
- N für Nebengeräte, also Anrufbeantworter, Faxgeräte oder Modems
Verbreitet ist die dreifache Dose in der Reihenfolge N, F, N, kurz NFN genannt. Daneben gibt es Ausführungen mit einer oder zwei Buchsen.
Die Kodierung ist keine Willkür, sondern bildet die frühere Reihenschaltung ab. Geräte in den N-Buchsen lagen elektrisch vor dem Telefon und konnten die Leitung durchschleifen oder unterbrechen. Ein Anrufbeantworter konnte so das Telefon stumm schalten, wenn er den Anruf angenommen hatte.
An einem heutigen IP-Anschluss hat das keine Bedeutung mehr, weil die Geräte am Router hängen und nicht mehr in Reihe an einer Leitung.
Die erste TAE
Bei mehreren Dosen in einer Wohnung ist eine davon die erste, an der die Leitung des Netzbetreibers ankommt. Die weiteren werden von dort aus durchgeschleift.
Das ist für die Fehlersuche wichtig. Der Router sollte an der ersten Dose stecken. Jede zusätzliche Dose und jeder Meter Hausleitung dämpfen das Signal, was sich bei DSL unmittelbar auf die erreichbare Rate auswirkt. Wer eine unerklärlich niedrige Synchronisationsrate hat, sollte testweise direkt an der ersten Dose messen.
Nach der Umstellung auf IP
Die Dose selbst ist geblieben, ihre Rolle hat sich geändert. Heute steckt dort der Router, und zwar in der F-Buchse. Telefone werden nicht mehr an die Dose angeschlossen, sondern an den Router, per Kabel oder schnurlos.
Ein Splitter wird nicht mehr gebraucht, weil auf der Leitung kein Telefonsignal mehr liegt. Ein verbliebener Splitter zwischen Dose und Router kann die Verbindung sogar beeinträchtigen.
Bei Glasfaseranschlüssen entfällt die TAE ganz. Dort endet die Leitung an einer Glasfaserdose mit optischem Steckverbinder.
Der Stecker
Der TAE-Stecker ist flach und breit, mit der beschriebenen Kodierung. International hat er sich nie durchgesetzt, weshalb Geräte aus dem Ausland ihn nicht mitbringen.
Verbreitet sind Adapter auf den kleineren Westernstecker, der bei Endgeräten üblich ist. Router werden meist mit einem Kabel geliefert, das auf der einen Seite TAE und auf der anderen den kleineren Stecker trägt.
Abgrenzung
Die IAE war die Anschlussdose für den ISDN-Bus. Sie hat eine andere Bauform.
Die Netzwerkdose mit RJ45 gehört zur Datenverkabelung und hat mit der TAE nichts zu tun, auch wenn beide ähnlich aussehende Stecker aufnehmen können.
Die Multimediadose ist der Anschluss im Koaxialnetz eines Kabelanschlusses.
Quellen
- DIN 41 719: Anschlussdosen und Stecker für Fernmeldeanlagen
- FTZ 123 D 12: Technische Vorschriften für die Telekommunikations-Anschluss-Einheit
- Deutsche Telekom: Hinweise zur Hausinstallation