Studiotechnik

Studiotechnik umfasst die Übertragungs- und Verbindungstechnik professioneller Audioumgebungen. Ihre Anforderungen unterscheiden sich von der Unterhaltungselektronik in zwei Punkten: Verbindungen müssen mechanisch belastbar und verriegelbar sein, und Signale werden symmetrisch geführt, damit eingekoppelte Störungen sich am Eingang aufheben.

Aus dieser zweiten Anforderung folgt die XLR-Steckverbindung als Standard für Mikrofon- und Line-Signale: drei Kontakte für Masse und die beiden gegenphasigen Signaladern. Über dieselben Adern liefert die Phantomspeisung die Betriebsspannung für Kondensatormikrofone — deshalb ist das Zuschalten bei bereits angeschlossenem Mikrofon zu vermeiden. Für Lautsprecherleitungen mit hohen Strömen dient die verriegelbare Speakon-Verbindung, die zugleich berührsicher ist.

Bei den digitalen Schnittstellen überträgt ADAT Lightpipe acht Kanäle über eine optische Leitung und wurde durch die gleichnamigen Rekorder verbreitet. AES/EBU normiert die professionelle Zweikanalübertragung, MIDI steuert Instrumente und Geräte, überträgt dabei aber keine Töne, sondern Spielbefehle — eine Unterscheidung, die regelmäßig verwischt wird.

Eine Besonderheit der Rundfunkpraxis ist die Tonübertragung über Telefonnetze. Geräte wie das Musiktaxi machten es möglich, Studioqualität über ISDN-Kanäle zu übertragen, und waren jahrzehntelang das Mittel der Wahl für Außenberichterstattung, bevor IP-basierte Codecs diese Aufgabe übernahmen.

Zur Beurteilung dient neben objektiven Größen auch die Lautheit in Sone, die der menschlichen Wahrnehmung folgt und deshalb nicht linear zum Schalldruck verläuft.