Leistungsmerkmale Telefonie
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Was sind vermittlungstechnische Leistungsmerkmale?
Vermittlungstechnische Leistungsmerkmale sind Dienste in Telekommunikationsnetzen, die über die reine Verbindungsherstellung hinausgehen. Öffentliche und private Netze stellen sie als Supplementary Services bereit. Sie steuern, wie ein Anruf behandelt wird, welche Informationen übermittelt werden und wer kommunizieren darf. Historisch wurden sie in ISDN standardisiert, heute sind sie in SIP-basierten VoIP-Netzen und Mobilfunknetzen gleichermaßen verankert. Die Details zu jedem Merkmal werden in eigenen Artikeln behandelt. Diese Übersicht fasst die wichtigsten Leistungsmerkmale zusammen.
Rufumleitungen
Merkmale dieser Gruppe lenken eingehende Anrufe unter definierten Bedingungen auf ein anderes Ziel.
- CFU – Call Forwarding Unconditional: Sofortige Weiterleitung jedes eingehenden Anrufs ohne Benachrichtigung des ursprünglich gerufenen Anschlusses.
- CFB – Call Forwarding on Busy: Weiterleitung, wenn der gerufene Anschluss besetzt ist.
- CFNR – Call Forwarding on No Reply: Weiterleitung, wenn der Angerufene nach einer festgelegten Zeitspanne nicht abhebt.
- CD – Call Deflection: Der angerufene Teilnehmer weist einen eingehenden Anruf aktiv ab und schickt ihn zu einer vorab definierten Nummer.
Anrufsperren (Call Barring)
Diese Merkmale unterbinden unerwünschte abgehende oder ankommende Verbindungen netzseitig.
- Abgehender Anrufschutz: Sperrt ausgehende Rufe nach Kategorien, etwa Auslandsgespräche oder Premium-Dienste.
- Ankommender Anrufschutz: Blockiert eingehende Rufe, insbesondere nützlich zur Vermeidung von Roaming-Gebühren im Ausland.
- Sperre für Sonderrufnummern: Verhindert gezielt Verbindungen zu teuren oder unerwünschten Diensten.
Identifikation und Privatsphäre
Leistungsmerkmale, die Rufnummern sichtbar machen oder unterdrücken.
- CLIP – Calling Line Identification Presentation: Zeigt die Rufnummer des Anrufers beim Angerufenen an.
- CLIR – Calling Line Identification Restriction: Unterdrückt die Anzeige der eigenen Rufnummer beim Angerufenen.
- COLP – Connected Line Identification Presentation: Zeigt dem Anrufer die Nummer des tatsächlich erreichten Anschlusses an.
- COLR – Connected Line Identification Restriction: Verhindert die Anzeige der Nummer des angerufenen Anschlusses beim Anrufer.
- CLIR Override: Für Notrufstellen und Sicherheitsbehörden, um unterdrückte Rufnummern trotzdem zu erkennen.
Halten, Makeln und Konferenzen
Funktionen zur Verwaltung mehrerer gleichzeitiger Gespräche.
- Hold: Ein aktives Gespräch wird gehalten, der Teilnehmer hört Musik oder eine Ansage.
- Call Waiting: Ein akustisches Signal zeigt dem Teilnehmer ein zweites eingehendes Gespräch an, während er bereits telefoniert.
- Brokering – Makeln: Wechseln zwischen einem gehaltenen und einem aktiven Gespräch.
- 3PTY – Three Party Conference: Ein Teilnehmer schaltet zwei andere Teilnehmer zu einer Dreierkonferenz zusammen.

Rückruf und Anklopfen
Automatische Benachrichtigung, sobald ein besetzter Anschluss wieder frei wird.
- CCBS – Completion of Calls to Busy Subscriber: Der Anrufer wird zurückgerufen, sobald der gewünschte Anschluss frei wird. Der Rückruf startet den Verbindungsaufbau automatisch.
- CCNR – Completion of Calls on No Reply: Der Anrufer wird benachrichtigt, sobald der gewünschte Anschluss benutzt wurde und wieder frei ist.
Teilnehmeransage und Hinweistöne
Informationen für den Anrufer vor oder während des Verbindungsaufbaus.
- Ansage vor Verbindungsaufbau: Teilt dem Anrufer mit, dass Gebühren anfallen oder der Anruf aufgezeichnet wird.
- Hinweiston (Call Waiting Tone): Akustisches Signal während eines Gesprächs, das auf einen wartenden Anrufer hinweist.
- Comfort Noise: Künstliches Hintergrundrauschen in Sprachpausen, damit die Verbindung nicht wie eine tote Leitung wirkt.
Geschlossene Benutzergruppe und Anrufverteilung
- CUG – Closed User Group: Bildet eine geschlossene Benutzergruppe, deren Mitglieder nur untereinander kommunizieren dürfen.
- UUS – User-to-User Signalling: Erlaubt den Austausch kurzer textueller Informationen parallel zum Verbindungsaufbau über den Signalisierungskanal.
Leistungsmerkmale in privaten Netzen und VoIP
Neben den öffentlichen Netzdiensten existieren in TK-Anlagen und SIP-Umgebungen erweiterte Funktionen.
- Pickup: Ein Teilnehmer übernimmt ein an einem anderen Endgerät ankommendes Gespräch.
- Chef-Sekretär-Schaltung: Filtert Anrufe für definierte Apparate mit unterschiedlichen Signalisierungsprofilen.
- BLF – Busy Lamp Field: Zeigt den Belegtzustand anderer Teilnehmer auf dem Display oder über Lampen an.
- ACD – Automatic Call Distribution: Verteilt eingehende Anrufe automatisch nach festgelegten Regeln auf Agent-Gruppen.
- IVR – Interactive Voice Response: Sprachdialoge mit Menüführung, gesteuert durch Tastendruck oder Spracherkennung.