Dreierkonferenz

Was ist Dreierkonferenz (3PTY)?

Dreierkonferenz, in der Telekommunikation auch als 3PTY (Three Party Service) bezeichnet, ist ein vermittlungstechnisches Leistungsmerkmal, das es einem Teilnehmer erlaubt, zwei separate Gespräche zu einer gemeinsamen Konferenz zusammenzuschließen. Anders als beim Makeln, bei dem abwechselnd mit zwei Partnern gesprochen wird, hören und sprechen bei der 3PTY alle drei Teilnehmer gleichzeitig. Der Initiator der Konferenz steuert den Aufbau und kann die Konferenz jederzeit wieder auflösen, ohne dass die anderen Teilnehmer voneinander getrennt werden. 3PTY ist die einfachste Form einer Ad-hoc-Konferenz und wird sowohl in öffentlichen Netzen als auch in privaten TK-Anlagen unterstützt.

Funktionsweise

Der Teilnehmer A befindet sich in einem aktiven Gespräch mit Teilnehmer B. Über Call Waiting wird ein zweiter Anruf C signalisiert oder A baut aktiv ein zweites Gespräch zu C auf, während B gehalten wird. Anstatt zwischen B und C zu makeln, wählt A die Konferenzfunktion, üblicherweise durch Betätigen der Konferenztaste, einen Menübefehl oder einen speziellen Code. Das System schaltet die beiden ursprünglich getrennten Sprachpfade B-A und A-C zu einem gemeinsamen Medienstrom zusammen. Ab diesem Zeitpunkt hören und sprechen B und C ebenfalls miteinander, als wären sie direkt verbunden. A bleibt Teil der Konferenz und kann sie durch Auflegen oder erneutes Betätigen der Konferenztaste beenden. Wird A beendet, trennt das System in der Regel auch die Verbindung zwischen B und C.

Technische Umsetzung in verschiedenen Netzen

Die Dreierkonferenz erfordert eine Konferenzbrücke, die die Audiosignale der Teilnehmer mischt und verteilt. Je nach Netztechnologie liegt diese Brücke im Netz, in der TK-Anlage oder im Endgerät.

  • ISDN: Die Ortsvermittlungsstelle oder die private TK-Anlage stellt eine Konferenzbrücke bereit. Der Teilnehmer A sendet über den D-Kanal eine FACILITY-Nachricht mit dem 3PTY-Invoke. Die Vermittlung schaltet die beiden B-Kanäle intern auf die Konferenzbrücke, die die Audiosumme von B und C an A sowie die Mischung aus A und dem jeweils anderen an B und C ausliefert. Die Abrechnung erfolgt für beide abgehenden Verbindungen getrennt.
  • Mobilfunk (GSM/UMTS/LTE): Im Mobilfunknetz ist 3PTY als Supplementary Service gemäß 3GPP TS 24.084 definiert. Das Mobile Switching Center agiert als Konferenzbrücke. Das Mobiltelefon sendet ein Multiparty-Invoke, das MSC mischt die Audiodaten und sendet jedem Teilnehmer den Mix aus den anderen beiden. Bei Verlassen der Konferenz durch A kann das Netz die Verbindung zwischen B und C aufrechterhalten, sofern der Netzbetreiber dies unterstützt.
  • SIP (VoIP): In VoIP-Umgebungen existieren mehrere Architekturen. Eine zentrale Konferenzbrücke (Conference Server oder Media Server) wird per SIP-INVITE angesteuert und stellt einen Mixer-Raum bereit. Der Initiator A sendet REFER oder re-INVITE, um B und C in diesen Raum umzuleiten. Alternativ kann das Endgerät selbst als Konferenzbrücke fungieren, indem es lokal die Medienströme mischt, was jedoch Rechenleistung und Bandbreite kostet. Serverbasierte Mischung ist der Regelfall und wird oft über das Media Resource Function (MRF) Konzept in IMS-Netzen realisiert.

Abgrenzung zu anderen Merkmalen

3PTY unterscheidet sich grundlegend vom Makeln (Brokering). Beim Makeln spricht A abwechselnd exklusiv mit B oder C, die jeweils den anderen nicht hören. Bei 3PTY hören alle drei Teilnehmer einander. Auch zu einer Telefonkonferenz mit mehr als drei Teilnehmern, die über feste Konferenzserver und Einwahldaten organisiert wird, grenzt sich 3PTY als spontaner, vom Teilnehmer selbst initiierter Dienst ab. Call Transfer wiederum übergibt ein Gespräch vollständig an einen Dritten und scheidet aus der Verbindung aus. 3PTY hält den Initiator in der Verbindung und belässt ihm die Kontrolle.

Praktischer Nutzen und Anwendungsszenarien

Dreierkonferenzen sind im Alltag weit verbreitet. Im beruflichen Umfeld ermöglichen sie kurzfristige Abstimmungen zu dritt, ohne aufwendige Konferenzsysteme nutzen zu müssen. Ein Projektmanager ruft einen Kunden an, holt während des Gesprächs einen Fachkollegen hinzu und bespricht das Thema gemeinsam. Im privaten Bereich werden Partner oder Familienmitglieder zu einem Gespräch dazugeschaltet, um Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Service-Hotlines nutzen 3PTY, um einen Supervisor in ein Kundengespräch einzubinden, ohne den Kunden in eine separate Konferenz einwählen zu lassen. Die spontane Verfügbarkeit ohne Vorbereitung macht 3PTY zu einem der effektivsten Werkzeuge für kurze, fallbezogene Gruppenkommunikation.

Grenzen und Fehlerquellen

Eine Dreierkonferenz belegt zwei B-Kanäle und ist daher an ISDN-Mehrgeräteanschlüssen oder mit nur einem Kanal nicht möglich. Im Mobilfunk hängt die Stabilität von der Netzabdeckung aller Teilnehmer ab; bei schlechter Funkqualität eines Teilnehmers leidet die gesamte Konferenz. In SIP-Umgebungen kann die Synchronisation der Medienströme problematisch sein, wenn Endgeräte unterschiedliche Codecs oder Jitter-Puffer verwenden. Nicht jede Implementierung erlaubt das Verlassen des Initiators, ohne die Konferenz zu beenden. Bei serverbasierter Mischung können Lizenzkosten für die Konferenzbrücke anfallen, die bei Selbstmischung im Endgerät entfallen. Schließlich ist die Audiomischung von drei Gesprächsteilnehmern technisch anspruchsvoll; Rückkopplungen oder Echoeffekte müssen durch Echokompensation unterdrückt werden, was eine entsprechende Ausstattung der Konferenzbrücke voraussetzt.

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