Call Forwarding Busy

Abkürzung: CFB

Was ist Call Forwarding Busy?

Call Forwarding Busy, kurz CFB, ist ein vermittlungstechnisches Leistungsmerkmal, das eingehende Anrufe automatisch weiterleitet, sobald der gerufene Anschluss besetzt ist. Der Anrufer bemerkt die Umleitung außer an einer möglicherweise geänderten Klingeltönung oder Rufnummernanzeige nicht. CFB verhindert, dass Anrufer ein Besetztzeichen erhalten und stattdessen ein vorab definiertes Ersatzziel erreichen. Zusammen mit CFU und CFNR bildet CFB die Gruppe der klassischen Rufumleitungen.

Funktionsweise

Trifft ein Anruf auf einen Anschluss, der gerade ein aktives Gespräch führt oder alle verfügbaren Kanäle belegt hat, setzt die Vermittlungsstelle das Besetztmerkmal. Statt das Besetztzeichen zum Anrufer durchzuschalten, prüft das Netz, ob CFB aktiviert und ein gültiges Weiterleitungsziel hinterlegt ist. Ist dies der Fall, wird die Verbindung sofort zum Ersatzziel aufgebaut. Der ursprünglich gerufene Anschluss bleibt davon unberührt; sein laufendes Gespräch wird nicht unterbrochen.

Konfiguration und Aktivierung

Die Aktivierung erfolgt üblicherweise durch einen Dienstcode, eine Menüfunktion am Telefon oder über das Webportal des Providers. Ein typischer Code ist 67Zielnummer# mit einer Bestätigungsansage. In privaten TK-Anlagen und VoIP-Systemen lässt sich CFB oft bequem über das Endgerätemenü schalten. Bei Aktivierung speichert die Vermittlungsstelle das Ziel in der Teilnehmerdatenbank und wendet die Regel ab sofort an.

Technische Umsetzung in verschiedenen Netzen

In ISDN-Netzen reagiert die Ortsvermittlungsstelle auf die CAUSE-Meldung "User busy", die vom gerufenen Anschluss oder der vorgelagerten Vermittlung kommt. Sie initialisiert einen neuen Ruf zum CFB-Ziel und verbindet beide Teilnehmer. Im Mobilfunknetz übernimmt das Mobile Switching Center diese Logik auf Basis des MAP-Protokolls. In SIP-basierten VoIP-Umgebungen sendet der gerufene Client bei Besetzt einen SIP-486-Response (Busy Here). Der zuständige Application Server oder Proxy registriert den Status, verwirft die ursprüngliche Transaktion und leitet einen neuen INVITE an das CFB-Ziel ein. Der Server agiert dabei als Back-to-Back User Agent und verknüpft die beiden Dialoge zu einer durchgängigen Verbindung.

Abgrenzung zu anderen Rufumleitungen

CFB greift ausschließlich bei Besetzt. Im Unterschied dazu leitet CFU jeden Anruf sofort und bedingungslos um. CFNR tritt in Aktion, wenn der gerufene Teilnehmer nach einer definierten Zeitspanne nicht abhebt. CD erlaubt es dem gerufenen Teilnehmer, einen bereits signalisierten Anruf manuell abzuweisen und auf ein alternatives Ziel zu lenken. Die vier Merkmale lassen sich kombinieren, um ein lückenloses Umleitungsprofil zu schaffen, das alle denkbaren Nichterreichbarkeitssituationen abdeckt.

Praktische Anwendungsszenarien

CFB wird häufig verwendet, um bei belegtem Hauptanschluss automatisch auf ein Sekretariat, eine Kollegin oder einen mobilen Anschluss auszuweichen. In Contact Centern dient es als Überlaufmechanismus: Ist die erste Warteschlange ausgelastet, übernimmt eine zweite Gruppe den Anruf. Auch im privaten Bereich leitet CFB Gespräche auf die Mobilbox oder einen Zweitanschluss, wenn das Telefon besetzt ist. In Verbindung mit Call Waiting kann man festlegen, ob ein zweiter Anruf signalisiert oder direkt umgeleitet wird.

Kosten und Abrechnung

Die Abrechnung erfolgt analog zu anderen Rufumleitungen. Der Anrufer trägt die Kosten für den ersten Verbindungsabschnitt bis zum ursprünglichen Anschluss. Der Besitzer des CFB-Zielanschlusses übernimmt die Kosten für den abgehenden Schenkel vom gerufenen zum Ersatzziel. In vielen Pauschal- und Flatratetarifen entstehen dem umleitenden Anschluss keine zusätzlichen Gebühren. Bei Rufumleitung auf Mobilfunkanschlüsse oder ins Ausland können dagegen erhebliche Kosten anfallen.

Grenzen des Leistungsmerkmals

CFB benötigt zwingend ein Besetztzeichen des gerufenen Anschlusses. Ist der Teilnehmer nicht besetzt, sondern meldet sich nur nicht, kommt CFNR zum Tragen. Sind alle Amtsleitungen einer TK-Anlage belegt, kann CFB dennoch eingehende Rufe auf einen externen Anschluss umleiten, sofern die Anlage dies unterstützt. Eine Kettenweiterleitung über mehrere CFB-Stationen ist technisch möglich, wird jedoch von den meisten Netzbetreibern auf wenige Sprünge limitiert, um Endlosschleifen zu verhindern. Bei gesetzter Anrufsperre oder fehlender Berechtigung zum Aufbau eines abgehenden Rufs kann CFB trotz Konfiguration unwirksam bleiben.

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