Call Forwarding No Reply
Abkürzung: CFNR, CFNR
Was ist CFNR?
CFNR steht für Call Forwarding on No Reply, zu Deutsch Anrufweiterleitung bei Nichtmelden. Es handelt sich um ein leitungsvermittelndes Leistungsmerkmal in Telefonanlagen und öffentlichen Netzen. Ruft jemand einen Teilnehmer an und dieser nimmt innerhalb einer festgelegten Zeitspanne nicht ab, leitet das System den Anruf automatisch an ein vorab definiertes Ziel weiter.
Funktionsweise
Ein ankommender Anruf signalisiert dem Endgerät den Verbindungswunsch. Läuft der definierte Timer ab, ohne dass der Angerufene abhebt, wird die Weiterleitung ausgelöst. Der Timer lässt sich je nach System zwischen wenigen Sekunden und einer Minute konfigurieren. Der Anrufer bemerkt außer einer etwas längeren Wartezeit in der Regel keinen Unterschied zu einem direkt geführten Gespräch.
Praktischer Nutzen
CFNR stellt die Erreichbarkeit eines Anschlusses auch dann sicher, wenn der Inhaber kurzfristig nicht ans Telefon gehen kann. Im Unternehmen dient die Funktion häufig dazu, Anrufe vom Schreibtischtelefon nach einer bestimmten Zeit auf ein Mobiltelefon oder eine Kollegin umzuleiten. In Contact Centern entstehen gestaffelte Erreichbarkeitsketten, die verhindern, dass ein Kunde ungewollt im Besetztfall oder bei längerem Klingeln im Leeren landet.
Konfiguration
Die Aktivierung erfolgt entweder direkt an der Telefonanlage oder als Netzdienstmerkmal über den Provider. Moderne VoIP-Anlagen und Softswitche bieten CFNR als Teil des Class-of-Service-Profils an. Häufig lässt sich das Ziel einfach über das Endgerätemenü oder einen sterncodierten Kurzwahlbefehl setzen und ändern. Ein typischer Code wäre die Eingabe einer Zielrufnummer gefolgt von einer spezifischen Dienstkennung.
Abgrenzung zu anderen Rufumleitungen
CFNR ist eine von drei klassischen Rufumleitungsvarianten. CFU (Call Forwarding Unconditional) leitet jeden Anruf sofort und ohne Benachrichtigung des gerufenen Anschlusses um. CFB (Call Forwarding on Busy) greift, sobald der Angerufene besetzt ist. CFNR hingegen erfordert, dass das Endgerät zunächst klingelt und erst nach Ablauf der Zeitgrenze die Umleitung aktiv wird. In der Praxis kombiniert man die drei Dienste oft, um eine lückenlose Erreichbarkeitsstrategie abzubilden.
Technischer Hintergrund
In ISDN-Netzen wird bei Ablauf des No-Reply-Timers eine Redirecting-Information im D-Kanal an die Vermittlungsstelle gesendet. In SIP-basierten Umgebungen kommt ein SIP-302-Response (Moved Temporarily) zum Einsatz, der das neue Ziel bekannt gibt. Die Abrechnung von Gebühren für den weitergeleiteten Anruf hängt vom Tarifmodell und der Netzkonfiguration ab und kann sowohl den ursprünglich Angerufenen als auch den Anrufer belasten.
Zusammenspiel mit Voicemail
Ist eine Mailbox konfiguriert, konkurriert sie zeitlich mit CFNR. Die Reihenfolge entscheidet, ob der Anruf nach dem Klingeln auf der Mailbox landet oder an ein externes Ziel weitergeht. Viele Systeme erlauben eine sequenzielle Kaskade: Erst CFNR auf eine andere Nebenstelle, und falls dort ebenfalls nicht abgenommen wird, fällt der Anruf in die Voicemail der ursprünglich gerufenen Person.