Calling Line Identification Restriction

Abkürzung: CLIR

Was ist CLIR / Rufnummernunterdrückung?

CLIR steht für Calling Line Identification Restriction, im Deutschen als Rufnummernunterdrückung bezeichnet. Es handelt sich um ein vermittlungstechnisches Leistungsmerkmal, das die Übermittlung der eigenen Rufnummer zum angerufenen Anschluss verhindert. Ruft ein Teilnehmer mit aktiviertem CLIR an, erscheint auf dem Display des Angerufenen keine Nummer, sondern ein Hinweis wie „Anonym“ oder „Unterdrückt“. CLIR ist das direkte Gegenstück zu CLIP, das die Nummernanzeige erst ermöglicht.

Funktionsweise

Bei jedem abgehenden Ruf stellt die Vermittlungsstelle des Anrufers eine Signalisierungsnachricht zusammen, die normalerweise die Rufnummer enthält. Ist CLIR aktiv, setzt das Netz in dieser Nachricht einen speziellen Indikator, den Presentation Restriction Indicator. Dieser teilt der Vermittlungsstelle des Angerufenen mit, dass die Nummer nicht an das Endgerät weitergegeben werden darf. Die Nummer selbst wird auf dem Signalisierungsweg trotzdem transportiert, sie ist für die technische Abwicklung und Abrechnung notwendig. Erst die Vermittlungsstelle des B-Teilnehmers filtert sie aus und ersetzt sie durch einen Platzhalter.

Fallweise und permanente Unterdrückung

Zwei Betriebsarten stehen zur Wahl. Die fallweise Unterdrückung, CLIR per call, wird nur für einen einzelnen Anruf aktiviert. Der Nutzer stellt der Zielrufnummer einen Code voran, meist *31# im deutschen Festnetz und Mobilfunk. Die permanente Unterdrückung, CLIR permanent, unterdrückt die Nummer für alle abgehenden Rufe. Sie wird netzseitig als Dienstmerkmal eingerichtet und bleibt bis auf Widerruf bestehen. Auch bei permanenter CLIR kann der Nutzer fallweise seine Nummer übermitteln, indem er den Code für die einmalige Aufhebung voranstellt.

Technische Umsetzung in verschiedenen Netzen

Die Art, wie die Unterdrückung signalisiert wird, hängt von der Netztechnologie ab.

  • ISDN: In der SETUP-Nachricht des DSS1-Protokolls gibt es das Informationselement „Calling Party Number“. Dieses enthält ein Feld für den Presentation Indicator. Bei CLIR wird dieser auf „presentation restricted“ gesetzt. Der gerufene Anschluss empfängt die SETUP-Nachricht ohne Nummer, der Display-Text bleibt leer oder zeigt einen vom Netz generierten Hinweis.
  • Mobilfunk (GSM/UMTS/LTE): Das Mobile Switching Center setzt im MAP-Protokoll den Presentation Indicator entsprechend. Die SIM-Karte und das Endgerät unterstützen fallweise CLIR über die MMI-Codes, die im Gerätemenü oder über Kurzcodes eingegeben werden.
  • SIP (VoIP): Die Unterdrückung wird über den „Privacy“-Header im SIP-INVITE signalisiert. Der Wert „id“ weist darauf hin, dass die im From-Header enthaltene Identität nicht angezeigt werden soll. Ergänzend kann der „P-Asserted-Identity“-Header die netzverifizierte Nummer enthalten und mit einem Privacy-Header versehen werden. Der angerufene SIP-Client oder der Proxy wertet diese Header aus und blendet die Nummer aus.

Konfiguration und Aktivierung

Die fallweise CLIR wird durch Vorwahl eines Codes wie *31# vor der Zielrufnummer aktiviert. Im Mobilfunk findet man die Einstellung auch im Telefonmenü unter „Einstellungen – Telefon – Eigene Nummer senden“. Die permanente CLIR beantragt man beim Netzbetreiber oder schaltet sie über das Kundenportal frei. In beiden Fällen ist der Dienst oft kostenfrei. Eine Deaktivierung der permanenten CLIR ist ebenso möglich. In Unternehmen können TK-Anlagen die CLIR für bestimmte Apparate oder Benutzer erzwingen, etwa um die zentrale Rufnummer eines Rückrufservices anzuzeigen.

Abgrenzung zu anderen Merkmalen

CLIR unterdrückt die Identität des Anrufers. CLIP ermöglicht die Anzeige auf der Gegenseite, funktioniert aber nur, wenn CLIR nicht aktiv ist. COLP und COLR regeln die Anzeige der Nummer des gerufenen Teilnehmers. CLIR hat keine Auswirkung auf COLP. Ein weiterer Unterschied besteht zu Anrufschutz und Sperrlisten: CLIR verbirgt die Nummer, während Sperren den Ruf selbst blockieren. Notrufstellen und berechtigte Behörden mit CLIR-Override-Recht können unterdrückte Nummern dennoch sehen.

Praktischer Nutzen und Anwendungsszenarien

CLIR schützt die Privatsphäre des Anrufers. Wer eine private Nummer nicht weitergeben möchte, etwa bei Rückfragen zu Kleinanzeigen oder bei Anrufen aus dem Homeoffice, nutzt die Unterdrückung. Auch Unternehmen verwenden CLIR, um zu verhindern, dass Kunden die persönliche Durchwahl eines Mitarbeiters erfahren. Bei Anrufen zu Hotlines, bei denen man unverbindlich Auskünfte einholt, vermeidet die Unterdrückung Rückrufe. Gleichzeitig akzeptieren viele Angerufene anonyme Anrufe nicht und lehnen sie ab, sodass der bewusste Einsatz von CLIR in einigen Situationen die Erreichbarkeit mindert.

Grenzen und gesetzliche Grundlagen

CLIR wirkt nur innerhalb der Signalisierungskette. Manche ausländische Netze oder schlecht konfigurierte VoIP-Provider geben die Nummer trotz Unterdrückung weiter. Bei netzübergreifenden Anrufen ist der Presentation Indicator nicht immer durchgängig gewährleistet. In Deutschland verpflichtet das Telekommunikationsgesetz (TKG) die Anbieter, CLIR als kostenfreies Leistungsmerkmal anzubieten und technisch umzusetzen. Gleichzeitig erlaubt es Behörden, in bestimmten gesetzlich geregelten Fällen die unterdrückte Nummer abzufragen. Ein vollständiger Schutz vor Identifikation besteht daher nicht. Anrufe zu Notrufnummern werden grundsätzlich mit übermittelter Nummer durchgestellt, unabhängig von CLIR-Einstellungen.

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