OM-Fasern

Was sind OM-Fasern?

OM (Optical Multimode) bezeichnet die standardisierten Multimode-Faserklassen nach ISO/IEC 11801 für betriebene Übertragungssysteme. Die Klassen OM1 bis OM5 definieren die Mindestbandbreite, die Dämpfung und die unterstützten Ethernet-Geschwindigkeiten. Je höher die OM-Klasse, desto größer die modale Bandbreite und desto höher die erreichbaren Datenraten über gegebene Entfernungen.

Die einzelnen OM-Klassen

OM1-Fasern besitzen einen 62,5-µm-Kern und erreichen bei 850 nm eine modale Bandbreite von 200 MHz·km. OM2-Fasern mit 50 µm Kern erreichen 500 MHz·km. OM3-Fasern sind mit 1500 MHz·km für 10G-Ethernet bis 300 Meter ausgelegt und werden mit VCSELs bei 850 nm betrieben. OM4-Fasern steigern die Bandbreite auf 4700 MHz·km und erlauben 100G-Ethernet bis 150 Meter. OM5-Fasern wurden für WDM-Betrieb im 850-nm-Bereich optimiert und unterstützen mehrere Wellenlängen für 40G- und 100G-SWDM (Short Wavelength Division Multiplexing) über eine einzelne Faser.

Anwendung in Rechenzentren

OM3 und OM4 sind die Standardfasern in modernen Rechenzentren. OM5 gewinnt für hochdichte SWDM-Anwendungen an Bedeutung, bei denen vier Wellenlängen um 850 nm über eine Faser laufen und so 100G- und 400G-Verbindungen ohne Paralleloptik realisieren.

Farbcodierung der Kabelmäntel

Die Außenmäntel von Multimode-Patchkabeln und oft auch von Installationskabeln folgen einem in TIA‑568 und ISO/IEC 11801 empfohlenen Farbcode, der die Faserklasse auf einen Blick erkennen lässt. OM1- und OM2-Kabel sind traditionell Orange, während OM3-Kabel einen Aqua-(Türkis)-Mantel tragen. Für OM4 wurde zunächst Aqua weiterverwendet, zunehmend setzt sich jedoch Erika-Violett (auch "Heather Violet" genannt) als eigener Farbton durch, um Verwechslungen mit OM3 zu vermeiden. OM5-Kabel sind limettengrün (Lime Green) und heben sich damit deutlich von den älteren Klassen ab. Dieser Farbcode ist nicht zwingend in allen Normen als Pflicht festgeschrieben, hat sich aber als Industriestandard etabliert und erleichtert die schnelle Identifikation in dicht belegten Patchfeldern.

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