RFC 30 – Documentation Conventions

StatusUnknown
VeröffentlichtFebruar 1970
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc30

RFC 30 definiert die Dokumentationskonventionen der Network Working Group (NWG), der frühen Gemeinschaft von Entwicklern des ARPANET. Es handelt sich um eine Überarbeitung früherer RFCs und legt die grundlegenden Regeln für die Erstellung, den Inhalt und die Verteilung von NWG-Notizen fest, die später als RFCs bekannt wurden. Die Mitgliedschaft in der NWG ist nicht geschlossen, und jeder an einem ARPA-Netzwerkstandort kann Notizen verfassen.

Der Kern des Dokuments sind die niedrigen Anforderungen an Inhalt und Form. Ein NWG-Notiz kann jede Art von Gedanke oder Vorschlag zur HOST-Software oder Netzwerknutzung enthalten, selbst unvollständige Ideen, philosophische Positionen ohne Beispiele oder offene Fragen. Es wird bewusst auf formale Reife verzichtet – die Mindestlänge beträgt ein Satz. Formal muss jede Notiz die Bezeichnung "Network Working Group", eine "Request for Comments"-Seriennummer, Autor, Datum und Titel tragen. Die Seriennummern werden zentral von Steve Crocker an der UCLA vergeben.

Historisch hat dieses RFC eine fundamentale Rolle eingenommen, indem es den informellen, kollaborativen und ergebnisoffenen Charakter der frühen Internetentwicklung dokumentierte und institutionalisierte. Es etablierte den Gedanken, dass RFCs keinen autoritativen Abschluss darstellen, sondern zur Diskussion anregen sollen. Die hier definierte Verteilerliste von vierzehn Personen aus verschiedenen Organisationen spiegelt den kleinen, noch überschaubaren Kreis der Pioniere der Netzwerktechnik wider.