RFC 768 – User Datagram Protocol

StatusInternet Standard
VeröffentlichtAugust 1980
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc768

RFC 768 definiert das User Datagram Protocol (UDP), ein verbindungsloses Transportprotokoll für den Einsatz über IP. Es stellt Anwendungen einen minimalen Mechanismus zum Versenden von Datagrammen zur Verfügung, ohne Verbindungsaufbau, Zustellgarantie oder Schutz vor Duplikaten. UDP eignet sich daher für transaktionsorientierte Kommunikation, bei der Geschwindigkeit wichtiger ist als Zuverlässigkeit; für geordnete, zuverlässige Datenströme ist das Transmission Control Protocol (TCP) vorgesehen.

Das Protokoll arbeitet mit einem einfachen Header von acht Oktetten, der Quell- und Zielport, Länge und eine optionale Prüfsumme enthält. Die Prüfsumme wird über einen Pseudo-Header mit IP-Quell- und -Zieladresse, Protokollfeld und UDP-Länge berechnet, um Falschzustellungen zu erkennen. Eine Prüfsumme von null wird als Einsen übertragen; ein gesendeter Nullwert zeigt an, dass keine Prüfsumme berechnet wurde, etwa zu Debugging-Zwecken.

Historisch ist UDP ein Kernprotokoll der Internet-Protokollfamilie seit 1980. Es wird unter anderem vom Domain Name System (DNS) und Trivial File Transfer Protocol (TFTP) genutzt und ist bis heute essenziell für Echtzeitanwendungen wie Streaming und VoIP, bei denen geringe Latenz Vorrang vor vollständiger Zuverlässigkeit hat.