RFC 791 – Internet Protocol
| Status | Internet Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | September 1981 |
| Ersetzt | RFC 760 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc791 |
RFC 791 spezifiziert das Internet Protocol (IP), das grundlegende Netzwerkprotokoll der DARPA-Internet-Programms. Es definiert die Übertragung von Datenblöcken, sogenannten Datagrammen, von Quell- zu Zielhosts über ein Verbundsystem von paketvermittelten Netzwerken. Das Protokoll beschränkt sich auf die Adressierung und Fragmentierung langer Datagramme für die Übertragung durch Netzwerke mit kleiner Paketgröße, während es keine Mechanismen für End-zu-Ende-Zuverlässigkeit, Flusskontrolle oder Staukontrolle bereitstellt.
Der Kern des Protokolls besteht darin, dass IP-Module in jedem Host und Gateway den Datagramm-Header mit Feldern wie Typ des Dienstes, Lebenszeit (Time to Live), Optionen und Header-Prüfsumme auswerten. Die Lebenszeit verhindert Endlosschleifen, indem sie bei jedem Hop dekrementiert wird und das Datagramm bei Erreichen von Null verwirft. Die Header-Prüfsumme schützt nur die Header-Informationen, nicht die Nutzdaten. Router entscheiden über den nächsten Hop anhand der Zieladresse; es existieren keine logischen Verbindungen – jedes Datagramm wird unabhängig behandelt.
Historisch ist RFC 791 die fundamentale Spezifikation, die das Internet erst ermöglichte. Es ersetzte RFC 760 und definiert die grundlegende Funktionsweise des Verbindungslosen Netzwerkschichtprotokolls, das bis heute das Rückgrat des Internets bildet. Auch wenn spätere Erweiterungen wie Quality of Service und IPv6 hinzukamen, bleibt RFC 791 der zentrale Standard für IPv4, das weltweit dominierende Netzwerkprotokoll.