RFC 793 – Transmission Control Protocol
Überholt: ersetzt durch RFC 9293.
| Status | Internet Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | September 1981 |
| Ersetzt | RFC 761 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc793 |
RFC 793 spezifiziert das Transmission Control Protocol (TCP), ein verbindungsorientiertes, zuverlässiges Ende-zu-Ende-Protokoll für die Kommunikation zwischen Hosts in paketvermittelten Computernetzen und Verbundnetzen. Es definiert die Funktionen des Protokolls, die Schnittstelle zu darüberliegenden Anwendungen und das Zusammenspiel mit dem darunterliegenden Internet Protocol (IP). Im Mittelpunkt steht die Bereitstellung eines zuverlässigen, geordneten und fehlerfreien Bytestrom-Dienstes zwischen zwei Prozessen, auch über unzuverlässige Netzwerke hinweg.
Der Kern des Protokolls besteht aus der Segmentierung des Bytestroms in Pakete, der Vergabe von Sequenznummern zur Sicherstellung der korrekten Reihenfolge und der Erkennung von Paketverlusten sowie der Fenster-basierten Flusskontrolle, um den Sender an die Empfangskapazität des Empfängers anzupassen. Die Verbindung wird über einen Drei-Wege-Handshake (SYN, SYN-ACK, ACK) aufgebaut und über einen Vier-Wege-Handshake (FIN) beendet. TCP garantiert die Unversehrtheit der Daten durch Prüfsummen und setzt auf Bestätigungen (ACKs) sowie Zeitüberschreitungen (Retransmission Timeout) für die erneute Übertragung verlorener Segmente.
Als fundamentale Spezifikation aus dem Jahr 1981 bildet RFC 793 die Grundlage für die gesamte Internet-Kommunikation. Es definierte die Prinzipien, die TCP bis heute prägen – etwa die Robustheit bei Netzstörungen und die Trennung von Netzwerk- und Transportschicht. Historisch war es Teil der frühen DARPA-Internet-Programme und wurde zur Grundlage der späteren TCP/IP-Protokollfamilie, die das moderne Internet erst ermöglichte. Aktuell wird die Spezifikation durch eine Vielzahl von RFCs (z. B. zu Congestion Control) ergänzt, bleibt aber in ihren Kernkonzepten unverändert.