RFC 903 – A Reverse Address Resolution Protocol
| Status | Internet Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | Juni 1984 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc903 |
RFC 903 spezifiziert das Reverse Address Resolution Protocol (RARP), das es diskussionslosen Workstations oder anderen Netzwerkhosts ermöglicht, ihre Protokolladresse (z. B. IP-Adresse) dynamisch zu ermitteln, wenn sie nur ihre Hardware-Adresse (z. B. die Ethernet-Adresse) kennen. Es ergänzt das Address Resolution Protocol (ARP), das die umgekehrte Abbildung von Protokoll- auf Hardware-Adressen vornimmt. RARP wird als separates Protokoll auf der Sicherungsschicht definiert, typischerweise mit einem eigenen Ethertype, um Konflikte mit ARP zu vermeiden und die Implementierung auf Clients zu vereinfachen.
Das Protokoll verwendet das gleiche Paketformat wie ARP, mit Feldern für Hardware- und Protokolladressraum, Längenangaben sowie Quell- und Zieladressen. Ein Client sendet einen RARP-Request (Opcode 3) mit seiner Hardware-Adresse als Zieladresse, woraufhin ein oder mehrere Server mit einer Reply (Opcode 4) antworten, die die gesuchte Protokolladresse im Zieladressfeld enthält. Der Client implementiert einen Timeout, falls keine Antwort eingeht. Server müssen eine Datenbank mit Abbildungen von Hardware- auf Protokolladressen verwalten, was typischerweise außerhalb des Betriebssystemkerns geschieht.
Historisch war RARP für frühe lokale Netzwerke wie Ethernet wichtig, um diskless Workstations zu booten. Es wurde jedoch weitgehend durch BOOTP und später DHCP abgelöst, die erweiterte Konfigurationsinformationen bieten. Dennoch bildete RARP einen grundlegenden Baustein für die automatische Netzwerkkonfiguration und demonstrierte die Notwendigkeit eines standardisierten Mechanismus zur Adressermittlung auf der Sicherungsschicht.