RFC 936 – Another Internet subnet addressing scheme

StatusUnknown
VeröffentlichtFebruar 1985
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc936

RFC 936 spezifiziert ein Verfahren zur Subnetz-Adressierung in Internet-Protokollnetzen, das seit April 1984 an der University of California, Berkeley implementiert ist. Der Kern besteht darin, den Host-Teil einer IP-Adresse lokal so umzucodieren, dass innerhalb einer administrativen Einheit mehrere physische Netze unter einer gemeinsamen Internet-Netznummer betrieben werden können. Externe Hosts und Gateways sehen die gesamte Sammlung als ein einheitliches Netz, während intern anhand eines Subnetz-Bits im Host-Teil zwischen Subnetzen und dem Hauptnetz unterschieden wird.

Das Verfahren ähnelt RFC 917, verwendet aber ein festes 8-Bit-Subnetzfeld (bei Klasse A und B) und ein festes Bit zur Unterscheidung zwischen subnettierten und nicht-subnettierten Adressen. Hat der Host-Teil das höchstwertige Bit gesetzt, wird der restliche Teil des ersten Host-Byte als Subnetznummer interpretiert; ist das Bit nicht gesetzt, bleibt die Adressinterpretation konventionell. Bei Klasse-B-Netzen sind so 127 Subnetze mit je maximal 255 Hosts und 32767 Hosts im Hauptnetz möglich. Die Implementierung behandelt Subnetznummern als Erweiterung der Netznummer, wodurch sie intern wie separate Netze erscheinen, nach außen jedoch unsichtbar bleiben.

Historisch löst RFC 936 das Problem der Adressknappheit und des administrativen Aufwands bei steigender Zahl lokaler Netze, ohne dass neue Netznummern beantragt werden müssen. Im Gegensatz zu alternativen Ansätzen wie RFC 925 (intelligente Gateways) oder RFC 932 (Netzteil-Codierung) setzt es auf Host-Software-Modifikationen, was in der Berkeley-Umgebung mit homogenen 4.2BSD-Unix-Systemen praktikabel war. Die feste Feldbreite vermeidet dynamische Aushandlungsprobleme und vereinfacht die Implementierung, bleibt jedoch auf Klasse A und B beschränkt.