RFC 1112 – Host extensions for IP multicasting

StatusInternet Standard
VeröffentlichtAugust 1989
ErsetztRFC 988, RFC 1054
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc1112

RFC 1112 spezifiziert die Erweiterungen für Host-Implementierungen des Internet Protocol (IP) zur Unterstützung von IP-Multicasting. IP-Multicasting bezeichnet die Übertragung eines IP-Datagramms an eine "Host-Gruppe", eine Menge von null oder mehr Hosts, die durch eine einzelne IP-Zieladresse identifiziert werden. Die Zustellung erfolgt mit der gleichen "Best-Effort"-Zuverlässigkeit wie bei unicast IP-Datagrammen. Die Mitgliedschaft in einer Host-Gruppe ist dynamisch; Hosts können jederzeit Gruppen beitreten oder verlassen, und ein Host kann gleichzeitig Mitglied mehrerer Gruppen sein. Zum Senden von Datagrammen an eine Gruppe ist eine Mitgliedschaft nicht erforderlich.

Der Kern von RFC 1112 definiert drei Konformitätsstufen. Stufe 0 bietet keine Multicast-Unterstützung. Stufe 1 erlaubt das Senden, aber nicht den Empfang von Multicast-Datagrammen. Stufe 2 ermöglicht die vollständige Teilnahme durch Senden, Empfangen sowie Beitreten und Verlassen von Gruppen und erfordert die Implementierung des Internet Group Management Protocol (IGMP). Host-Gruppen werden durch Class-D-IP-Adressen (224.0.0.0 bis 239.255.255.255) identifiziert. Die Adresse 224.0.0.1 ist der permanenten Gruppe aller IP-Hosts auf dem direkt verbundenen Netzwerk zugewiesen. Multicast-Router übernehmen die Weiterleitung zwischen Netzwerken, falls die IP-Time-to-Live größer als 1 ist.

RFC 1112, das die Vorgänger RFCs 988 und 1054 ablöst, legte die grundlegenden Host-Erweiterungen für IP-Multicasting fest und war der empfohlene Standard für dessen Einsatz im Internet. Es definierte das Modell, wie Hosts mit Multicast-Verkehr umgehen, und etablierte IGMP als zentrales Protokoll für die Gruppenverwaltung. Diese Spezifikation bildete die historische Basis für alle späteren Multicast-Protokolle und -Anwendungen und bleibt aktuell, da die definierten Konzepte wie Host-Gruppenadressen