RFC 1191 – Path MTU discovery
| Status | Draft Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | November 1990 |
| Ersetzt | RFC 1063 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc1191 |
RFC 1191 spezifiziert das Path MTU Discovery (PMTUD)-Verfahren, mit dem ein IP-Host dynamisch die maximale Übertragungseinheit (PMTU) eines gesamten Netzwerkpfades ermitteln kann. Die PMTU entspricht der kleinsten MTU aller Zwischennetze auf dem Weg von der Quelle zum Ziel. Bisherige Verfahren nutzten oft pauschal 576 Byte, was Ressourcen verschwendet, oder führten zu unnötiger Fragmentierung.
Der Kern des Verfahrens besteht darin, dass der sendende Host zunächst die MTU der ersten Teilstrecke als PMTU annimmt und alle Datagramme mit gesetztem Don't Fragment (DF)-Bit sendet. Stößt ein Router auf ein zu großes Datagramm, verwirft er es und sendet eine ICMP-Fehlermeldung vom Typ „Destination Unreachable“ mit dem Code „fragmentation needed and DF set“ zurück. Der Host reduziert daraufhin seine PMTU-Schätzung anhand des in dieser Meldung enthaltenen MTU-Feldes des nächsten Hops. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis die Datagramme ohne Fragmentierung das Ziel erreichen.
Historisch löste RFC 1191 einen wichtigen Mangel des frühen Internets, da es eine standardisierte, dynamische und effiziente Methode zur Ermittlung der optimalen Paketgröße etablierte. Obwohl es inzwischen durch RFC 1981 (IPv6) ergänzt wurde, ist der Grundmechanismus des PMTUD weiterhin ein zentraler Bestandteil moderner TCP/IP-Netzwerke, um Fragmentierung zu vermeiden und die Durchsatzleistung zu optimieren.