RFC 1213 – Management Information Base for Network Management of TCP/IP-based internets: MIB-II

StatusInternet Standard
VeröffentlichtMärz 1991
ErsetztRFC 1158
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc1213

RFC 1213 definiert die zweite Version der Management Information Base (MIB-II) für die Netzwerkverwaltung von TCP/IP-basierten Internetzen. Es beschreibt eine strukturierte Sammlung von verwaltbaren Objekten, die von Netzwerkmanagementprotokollen wie SNMP gelesen und modifiziert werden können. MIB-II ist der Nachfolger von MIB-I (RFC 1156) und löst es ab, wobei es inkrementelle Erweiterungen, verbesserte Unterstützung für Multi-Protokoll-Umgebungen und textuelle Klarstellungen einführt. Die Objekte sind in Gruppen unterteilt, darunter System, Interfaces, IP, ICMP, TCP, UDP, EGP und SNMP.

Der Kern von MIB-II ist die Definition einer standardisierten Baumstruktur von Objekten mit eindeutigen Object Identifiers (OIDs) unter dem Präfix mib-2. Jedes Objekt hat einen bestimmten Datentyp, eine Beschreibung und eine Zugriffsart (z. B. read-only oder read-write). Ein wichtiges Konzept ist die Einführung von „deprecated“-Objekten, die zwar noch unterstützt werden müssen, aber in zukünftigen Versionen entfallen sollen, wie die atTable aus der Address Translation Group. Stattdessen bieten neue Objekte gleichwertige oder bessere Funktionalität.

Historisch war MIB-II essenziell für die Standardisierung des Internet-Netzwerkmanagements auf Basis von SNMP. Es löste die strikte Kompatibilitätsanforderung zwischen SNMP und OSI-Ansätzen und ermöglichte es, auf neue operative Anforderungen der Internet-Gemeinschaft zu reagieren. MIB-II blieb über Jahre die Grundlage für die Verwaltung von Routern, Switches und Servern in TCP/IP-Netzen. Obwohl neuere MIBs für spezifische Technologien existieren, bilden Struktur und Konzepte von MIB-II noch immer die Basis vieler Netzwerkmanagement-Lösungen.