RFC 1256 – ICMP Router Discovery Messages
| Status | Proposed Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | September 1991 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc1256 |
RFC 1256 spezifiziert eine Erweiterung des Internet Control Message Protocol (ICMP) zur automatischen Erkennung benachbarter Router durch Hosts in Multicast- oder Broadcast-Netzwerken. Dazu definiert es zwei neue ICMP-Nachrichtentypen: Router Advertisements und Router Solicitations.
Router senden in regelmäßigen Abständen (standardmäßig alle 7–10 Minuten) Router Advertisements auf ihre Multicast-Schnittstellen, in denen sie ihre IP-Adressen, eine Präferenzstufe (Preference Level) und eine Lebensdauer (Lifetime) bekanntgeben. Hosts empfangen diese Ankündigungen passiv und lernen so die verfügbaren Router auf dem angeschlossenen Subnetz kennen. Beim Systemstart können Hosts aktiv eine Router Solicitation senden, um sofortige Advertisements anzufordern, anstatt auf die nächste periodische Ankündigung zu warten. Die Protokollspezifikation begrenzt die Anzahl der erlaubten Solicitations, um das Netzwerk nicht zu überlasten.
Historisch gesehen löste RFC 1256 die zuvor üblichen, manuell zu pflegenden Konfigurationsdateien zur Routererkennung ab und machte die automatische Erkennung dynamisch verfügbarer Router möglich. Es ist wichtig zu betonen, dass es sich nicht um ein Routing-Protokoll handelt, sondern um ein Verfahren zur Entdeckung existierender Nachbarrouter. Die Wahl des optimalen Routers für ein bestimmtes Ziel erfolgt weiterhin über ICMP-Redirect-Nachrichten. Obwohl durch neuere Verfahren wie das Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) in vielen Szenarien abgelöst, bleibt RFC 1256 ein grundlegendes Verfahren zur initialen Routererkennung in lokalen Netzwerken (LANs).