RFC 1584 – Multicast Extensions to OSPF
| Status | Historic |
|---|---|
| Veröffentlicht | März 1994 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc1584 |
RFC 1584 spezifiziert Multicast Extensions to OSPF (MOSPF), eine Erweiterung des OSPFv2-Routingprotokolls um IP-Multicast-Fähigkeit. Das Kernprinzip ist das Source/Destination-Routing: Ein IP-Multicast-Paket wird sowohl anhand seiner Quell- als auch seiner Zieladresse weitergeleitet. Dabei folgt es einem kürzesten Pfad (Shortest Path Tree) von der Quelle zu allen Empfängern einer Multicast-Gruppe. Eine Paketvervielfältigung erfolgt nur dort, wo sich die Pfade zu den einzelnen Gruppenmitgliedern verzweigen, wodurch eine effiziente Ausnutzung gemeinsamer Pfadabschnitte erreicht wird.
MOSPF nutzt die vorhandene OSPF-Link-State-Datenbank zur Topologiebeschreibung und führt einen neuen LSA-Typ (Group-Membership-LSA) ein, der die Position der Multicast-Empfänger innerhalb des Autonomous Systems bekannt gibt. Die Berechnung des Multicast-Pfades erfolgt bedarfsgesteuert durch Aufbau eines beschnittenen Shortest-Path-Baums, der an der IP-Quelle des Datagramms wurzelt. Die Ergebnisse dieser Berechnung werden in einem Forwarding Cache abgelegt, sodass nachfolgende Pakete zur gleichen Quelle/Ziel-Kombination ohne Neuberechnung weitergeleitet werden können.
Historisch gesehen war MOSPF eine der ersten Lösungen für dynamisches Multicast-Routing innerhalb eines einzelnen Routing-Domäns und wurde als Standard-Track-Protokoll veröffentlicht. Es ermöglicht die schrittweise Einführung von Multicast-Funktionalität in ein bestehendes OSPFv2-Netz: Router mit Multicast-Erweiterungen können mit reinen Unicast-OSPF-Routern zusammenarbeiten. Obwohl MOSPF heute weitgehend von PIM-SM abgelöst wurde, bleibt es ein wichtiges Referenzmodell für link-state-basiertes Multicast-Routing, insbesondere hinsichtlich der Integration von Gruppenmitgliedschaften in die SPF-Berechnung.