RFC 1656 – BGP-4 Protocol Document Roadmap and Implementation Experience

Überholt: ersetzt durch RFC 1773.

StatusInformational
VeröffentlichtJuli 1994
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc1656

RFC 1656 bietet einen Überblick über den Border Gateway Protocol Version 4 (BGP-4) als Protokoll für das Routing zwischen autonomen Systemen (AS). Es beschreibt die Roadmap der Protokolldokumente und fasst die Implementierungserfahrungen mehrerer Hersteller zusammen. BGP-4 führt klassenloses Inter-Domain-Routing (CIDR) ein, unterstützt die Ankündigung von IP-Präfixen ohne Netzklassen und ermöglicht die Aggregation von Routen und AS-Pfaden, um das Routing effizienter zu gestalten.

Der Kern der Spezifikation liegt im Austausch von Netzwerkerreichbarkeitsinformationen zwischen BGP-Systemen. Diese Informationen enthalten die Liste der durchlaufenen autonomen Systeme, woraus ein Graph der AS-Konnektivität konstruiert wird. BGP-4 erweitert frühere Versionen um Mechanismen wie den MULTI_EXIT_DISC (vormals INTER_AS_METRIC), den LOCAL_PREF-Parameter zur Beeinflussung der Routenauswahl innerhalb eines AS und eine Methode zur Dämpfung von Routenfluktuationen.

Historisch ist RFC 1656 ein informatives Dokument, das die Einführung von BGP-4 begleitet. Es zeigt, dass alle getesteten Implementierungen grundlegende Reichweiteninformationen austauschen können, aber nicht alle automatisch aggregieren oder deaggregieren. Die Autoren warnen vor automatischer Versionaushandlung und unkontrollierter Deaggregation, da diese zu Informationsverlust oder einer Explosion der Routingtabellen führen können. Das RFC dokumentiert den Stand der Implementierung von BGP-4 Mitte der 1990er Jahre und dessen Übergang vom klassenbasierten zum klassenlosen Routing im Internet.