RFC 1701 – Generic Routing Encapsulation (GRE)
| Status | Informational |
|---|---|
| Veröffentlicht | Oktober 1994 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc1701 |
RFC 1701 spezifiziert Generic Routing Encapsulation (GRE), ein Protokoll zur Kapselung eines beliebigen Netzwerkschichtprotokolls (Payload) in einem anderen (Delivery-Protokoll). Der Kern des Verfahrens besteht darin, dass der Payload-Paket mit einem GRE-Header versehen wird, der wiederum in einem Delivery-Protokoll (z. B. IP) transportiert wird. Der GRE-Header enthält optionale Felder wie Checksumme, Sequenznummer, Schlüssel (Key) für Authentifizierung sowie Routing-Informationen für Source-Routing. Die Protokollkennung (Protocol Type) gibt an, um welches Nutzprotokoll es sich handelt.
Historisch adressiert GRE das Problem der zahlreichen spezifischen "X over Y"-Kapselungen, indem es einen einheitlichen, generischen Mechanismus bereitstellt. Dadurch reduziert es die Komplexität von O(n²) auf eine beherrschbare Größe. GRE dient als einfaches und leichtgewichtiges Verfahren, das unter anderem für Policy-basiertes Routing und VPN-Tunnel (z. B. IPsec mit GRE) eingesetzt wird und bis heute eine wichtige Rolle in der Netzwerktechnik spielt.