RFC 1791 – TCP And UDP Over IPX Networks With Fixed Path MTU

StatusExperimental
VeröffentlichtApril 1995
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc1791

RFC 1791 spezifiziert ein experimentelles Verfahren, um die Transportschichtprotokolle TCP und UDP über das Netzwerkprotokoll IPX (Internetwork Packet Exchange) zu betreiben, ohne dass darunter eine IP-Schicht vorhanden sein muss. Ziel ist es, existierende TCP/IP-basierte Anwendungen wie HTTP oder NFS in reinen IPX-Umgebungen nutzbar zu machen, ohne separate IP-Protokolle und Adressen verwalten zu müssen. Das Verfahren setzt auf einer festen (konfigurierten) Pfad-MTU auf und erfordert keine dynamische Pfad-MTU-Entdeckung.

UDP läuft dabei nicht direkt auf IPX, sondern über eine eigens eingeführte Zwischenschicht namens IPXF (IPX Fragmentation Layer). Da IPX keine Fragmentierung großer Datagramme unterstützt, zerteilt IPXF große UDP-Datagramme in kleinere IPX-Pakete und setzt sie auf der Empfängerseite wieder zusammen. Die Fragmentierung folgt dem IP-Vorbild, jedoch mit einem Byte-granularen Offset. IPXF nutzt dafür den IPX-Socket 0x9093. TCP läuft dagegen direkt auf IPX und vermeidet Fragmentierung, indem die maximale Segmentgröße auf die Pfad-MTU begrenzt wird – als Standardwert gilt eine MTU von 576 Oktetten.

Historisch gesehen ist RFC 1791 ein experimenteller Vorschlag aus der Mitte der 1990er Jahre, der das Nebeneinander von IPX und IP in heterogenen Netzen erleichtern sollte. Da IPX später zugunsten von IP fast vollständig verschwand, blieb das Verfahren ohne breite praktische Umsetzung. Es ist ein Beispiel für damalige Bemühungen, unterschiedliche Netzwerkprotokolle zu integrieren, ohne Anwendungen oder Transportschichten zu ändern.

Im Lexikon