RFC 1939 – Post Office Protocol - Version 3
| Status | Internet Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | Mai 1996 |
| Ersetzt | RFC 1725 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc1939 |
RFC 1939 spezifiziert Version 3 des Post Office Protocol (POP3), das es einem Client-Rechner (z. B. einer Workstation) ermöglicht, dynamisch auf ein Postfach auf einem Server zuzugreifen und dort bereitgehaltene E-Mails abzurufen. POP3 ist für kleinere Knoten konzipiert, die nicht über ausreichende Ressourcen oder eine dauerhafte Netzverbindung verfügen, um einen eigenen SMTP-Server zu betreiben. Der Client verbindet sich über TCP-Port 110 mit dem Server, authentifiziert sich und kann anschließend Nachrichten herunterladen und in der Regel vom Server löschen. POP3 beschränkt sich auf einfache Abruf- und Löschoperationen; für weitergehende Mail-Verwaltung auf dem Server wird das komplexere IMAP4 empfohlen.
Eine POP3-Sitzung durchläuft drei Zustände: AUTHORIZATION, TRANSACTION und UPDATE. Nach Verbindungsaufbau sendet der Server eine Begrüßung, worauf der Client im AUTHORIZATION-Zustand seine Identität nachweisen muss. Nach erfolgreicher Authentifizierung wechselt die Sitzung in den TRANSACTION-Zustand, in dem der Client Kommandos wie STAT (Abruf der Nachrichtenanzahl), LIST, RETR (Abrufen einer Nachricht), DELE (Markierung zum Löschen) sowie NOOP und RSET ausführen kann. Mit dem QUIT-Kommando verlässt der Client den TRANSACTION-Zustand und wechselt in den UPDATE-Zustand, in dem der Server endgültig als gelöscht markierte Nachrichten entfernt, Ressourcen freigibt und die TCP-Verbindung schließt. Optional unterstützt POP3 die Kommandos TOP (Kopfzeilen plus Zeilen des Nachrichtentexts), UIDL (eindeutige Nachrichten-IDs) sowie die Authentifizierungsvarianten USER/PASS und APOP.