RFC 2033 – Local Mail Transfer Protocol

StatusInformational
VeröffentlichtOktober 1996
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc2033

RFC 2033 spezifiziert das Local Mail Transfer Protocol (LMTP), ein alternatives Protokoll zu ESMTP für den Transport von E-Mails in Systeme, die keine eigene Nachrichtenwarteschlange verwalten. Während SMTP aufgrund seines Designs den Server zwingt, eine Warteschlange für die Zustellung zu führen, ermöglicht LMTP dem Client, die Warteschlangenverwaltung zu übernehmen. Dies ist besonders in lokalen Umgebungen nützlich, etwa bei der Kommunikation zwischen einem Queue Manager und separaten Zustellungsagenten, die über Interprozesskommunikation (IPC) angebunden sind.

Der Kern des Protokolls liegt in der veränderten Behandlung des DATA-Befehls: Nach der abschließenden Punkt-Zeile sendet der LMTP-Server für jeden erfolgreichen RCPT-Befehl eine separate Antwort. Dadurch kann der Server den Zustellstatus pro Empfänger individuell melden und auf temporäre Fehler eines einzelnen Empfängers reagieren, ohne die gesamte Nachricht zwischenspeichern zu müssen. Dies vermeidet die für SMTP typische Notwendigkeit, bei teilweisem Fehlschlag die Nachricht zu queuen. Das Protokoll verwendet die gleiche Syntax wie ESMTP, ersetzt jedoch das HELO/EHLO durch das LHLO-Kommando zur Erkennung von Fehlkonfigurationen und darf nicht über TCP-Port 25 genutzt werden.

Historisch gesehen adressiert LMTP einen spezifischen Anwendungsfall in der Mail-Infrastruktur, bei dem hochspezialisierte Zustellungsagenten ohne eigene Warteschlangenlogik auskommen sollen. Es erweitert die Möglichkeiten von ESMTP um eine feingranulare Zustellungsbestätigung und wird in modernen Mail-Systemen eingesetzt, in denen Queue Manager und Zustellungsagenten entkoppelt arbeiten, etwa bei der Integration in Gateway-Systeme oder Spool-basierte Mail-Architekturen.

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