RFC 2849 – The LDAP Data Interchange Format (LDIF) - Technical Specification

StatusProposed Standard
VeröffentlichtJuni 2000
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc2849

RFC 2849 spezifiziert das LDAP Data Interchange Format (LDIF), ein textbasiertes Dateiformat zur Darstellung von Verzeichnisinformationen oder Änderungen an Verzeichniseinträgen in LDAP-basierten Verzeichnisdiensten. Es dient vor allem dem Im- und Export von Verzeichnisdaten zwischen verschiedenen LDAP-Servern sowie der Beschreibung von Änderungsoperationen wie Hinzufügen, Löschen oder Modifizieren von Einträgen. Das Format besteht aus einer Folge von Datensätzen, die durch Zeilentrenner getrennt sind, wobei jeder Datensatz entweder einen Verzeichniseintrag oder eine Änderung daran beschreibt. Die Version 1 des Formats wird durch die Angabe "version:1" am Dateianfang gekennzeichnet.

Der Kern des Formats nutzt Klartext-Zeilen mit spezifischen Schlüsselwörtern wie "dn:" für den Distinguished Name, "changetype:" für die Art der Änderung sowie "add:", "delete:" oder "replace:" für Modifikationsoperationen. Werte können direkt als UTF-8-Zeichen, Base64-kodiert oder als URL-Referenz angegeben werden. Die formale Syntax wird mittels augmentierter Backus-Naur-Form (ABNF) definiert, wobei jede LDIF-Datei entweder reine Inhalte oder ausschließlich Änderungsdatensätze enthalten darf. Die Struktur erlaubt eine direkte Abbildung auf LDAP-Protokolloperationen.

Historisch wurde LDIF an der University of Michigan entwickelt und fand breite Anwendung als einfaches Austauschformat für LDAP-Verzeichnisdaten. Es erleichtert die Migration von Altsystemen durch Konvertierung mit Skriptsprachen wie awk oder perl und bleibt bis heute ein Standardformat für den Datenaustausch zwischen LDAP-Servern, obwohl es durch komplexere Formate wie das application/directory MIME-Content-Type ergänzt wird. Die Spezifikation stellt eine Referenz für Implementierungen dar, die sowohl lesende als auch schreibende LDIF-Verarbeitung unterstützen.

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