RFC 3015 – Megaco Protocol Version 1.0
Überholt: ersetzt durch RFC 3525.
| Status | Proposed Standard |
|---|---|
| Veröffentlicht | November 2000 |
| Ersetzt | RFC 2885, RFC 2886 |
| Volltext | rfc-editor.org/rfc/rfc3015 |
RFC 3015 definiert das Megaco-Protokoll (Version 1.0), welches die Kommunikation zwischen einer Media Gateway (MG) und einem Media Gateway Controller (MGC) in einer physisch zerlegten Multimedia-Gateway-Architektur spezifiziert. Das Protokoll ermöglicht es dem MGC, die Medienressourcen auf dem MG zu steuern, indem es den Verbindungsaufbau, die Konfiguration von Medienströmen und die Verarbeitung von Ereignissen (z. B. Signalisierungstöne) über standardisierte Kommandos verwaltet.
Im Kern basiert das Protokoll auf einem logischen Verbindungsmodell mit Terminationen (logische Endpunkte für Medienflüsse) und Kontexten, die mehrere Terminationen gruppieren. Der MGC sendet Kommandos wie Add, Modify, Subtract oder Notify, um Kontexte zu erstellen, zu ändern oder abzubauen. Die Terminationen besitzen Descriptoren, die unter anderem Medienformate, Ereignisse und Signale beschreiben. Die Kommunikation kann sowohl über eine textbasierte als auch über eine binäre ASN.1-Kodierung erfolgen, und die Zustellung der Nachrichten wird über zuverlässige Transportprotokolle wie TCP oder SCTP sichergestellt.
Historisch gesehen fusionierte RFC 3015 die ursprünglichen Spezifikationen RFC 2885 und RFC 2886 und ist identisch mit der ITU-T-Empfehlung H.248. Das Protokoll war ein zentraler Baustein für die Entkopplung von Medienverarbeitung und Anrufsteuerung in VoIP-Netzwerken der späten 1990er und frühen 2000er Jahre. Obwohl es in modernen Architekturen zunehmend durch webbasierte Schnittstellen abgelöst wird, bleibt es in vielen Carrier-Netzen im Einsatz, insbesondere für die Steuerung von Medien-Gateways in TDM-IP-Übergängen.