RFC 3243 – RObust Header Compression (ROHC): Requirements and Assumptions for 0-byte IP/UDP/RTP Compression

StatusInformational
VeröffentlichtApril 2002
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc3243

RFC 3243 definiert die Anforderungen und Annahmen für die 0-Byte-Kompression von IP/UDP/RTP-Headern im Rahmen des RObust Header Compression (ROHC)-Verfahrens. Ziel ist es, die Header vollständig zu eliminieren, wenn die Verkehrscharakteristik exakt an die Eigenschaften der darunterliegenden Verbindungsschicht angepasst ist. Dies ist besonders für bestehende zellulare Luftschnittstellen wie GSM oder IS-95 relevant, bei denen bereits ein einzelnes Oktett Header zu einer teureren nächsthöheren Paketgröße zwingt. Die 0-Byte-Kompression soll für solche Fälle eine Spektrumseffizienz ermöglichen, die mit leitungsvermittelten Lösungen vergleichbar ist.

Der Kern des Verfahrens besteht darin, dass die Funktionalität des normalerweise nötigen 1-Oktett-Headers auf die unteren Schichten verlagert wird. Beispielsweise können zellulare Verbindungen durch ihre synchronisierte Natur Sequenzierungs- und Zeitinformationen sowie Paketverlusterkennung bereitstellen. Das Schema muss jedoch auch mit beliebigen RTP-Strömen umgehen können; gelingt eine Kompression auf 0 Byte nicht – etwa aufgrund von Verschlüsselung wie IPSec oder unpassendem Verkehrsmuster – erfolgt automatisch ein Rückfall auf die standardmäßige ROHC-RTP-Kompression.

Historisch adressiert RFC 3243 eine kurzfristige Optimierung für IP-basierte Mobilfunknetze mit unflexiblen, älteren Luftschnittstellen. Es legt die Grundlage für ein späteres Protokoll (etwa RFC 3409) und stellt klar, dass die 0-Byte-Kompression kein allgemeines Effizienzziel, sondern eine Nischenlösung für eng an die Verbindung angepasste Anwendungen ist. Es gehört zur informatorischen RFC-Reihe und spezifiziert selbst kein eigenes Verfahren.