RFC 3261 – SIP: Session Initiation Protocol

StatusProposed Standard
VeröffentlichtJuli 2002
ErsetztRFC 2543
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc3261

RFC 3261 spezifiziert das Session Initiation Protocol (SIP), ein Anwendungsschicht-Signalisierungsprotokoll zum Aufbauen, Verändern und Beenden von Multimedia-Sitzungen zwischen zwei oder mehr Teilnehmern. Diese Sitzungen umfassen Internet-Telefonie, Multimedia-Verteilungen und Konferenzen. SIP-Einladungen transportieren Sitzungsbeschreibungen, die es den Teilnehmern ermöglichen, sich auf kompatible Medientypen zu einigen. Das Protokoll definiert Elemente wie Proxy-Server, die Anfragen an den aktuellen Standort eines Nutzers weiterleiten, sowie eine Registrierungsfunktion, mit der Nutzer ihre Erreichbarkeit für Proxys bereitstellen können.

Der Kern von SIP basiert auf einem Anfrage-Antwort-Modell ähnlich HTTP und läuft über verschiedene Transportschichten wie UDP oder TCP. Nachrichten bestehen aus Methoden (z. B. INVITE, REGISTER) und Statuscodes. Transaktionen werden durch Anfragen und zugehörige Antworten definiert, wobei Dialoge als langlebige Beziehungen zwischen Teilnehmern für mehrere Transaktionen bestehen. SIP verwendet Adressen in URI-Form und unterstützt Erweiterbarkeit durch zusätzliche Header-Felder und Methoden.

Historisch ersetzt RFC 3261 die Vorgängerversion RFC 2543 und etablierte SIP als fundamentalen Standard für IP-basierte Echtzeitkommunikation. Es bildet bis heute die Grundlage für Voice-over-IP-Dienste, Videokonferenzen und Instant-Messaging-Plattformen und wurde durch zahlreiche Erweiterungen (z. B. für Präsenz oder Sicherheit) ergänzt. SIP ist eng mit dem Session Description Protocol (SDP) zur Medienaushandlung verbunden und wird von nahezu allen modernen Kommunikationssystemen eingesetzt.