RFC 3315 – Dynamic Host Configuration Protocol for IPv6 (DHCPv6)

Überholt: ersetzt durch RFC 8415.

StatusProposed Standard
VeröffentlichtJuli 2003
Volltextrfc-editor.org/rfc/rfc3315

RFC 3315 spezifiziert das Dynamic Host Configuration Protocol for IPv6 (DHCPv6), das es DHCP-Servern ermöglicht, IPv6-Knoten Konfigurationsparameter wie IPv6-Adressen zuzuweisen. Es stellt das zustandsbehaftete Gegenstück zur zustandslosen IPv6-Adressautokonfiguration (RFC 2462) dar und kann sowohl separat als auch parallel zu dieser eingesetzt werden. Das Protokoll definiert den automatischen, wiederverwendbaren Adresspool und bietet zusätzliche Konfigurationsflexibilität.

Der Kern des Protokolls basiert auf einem Nachrichtenaustausch zwischen Client und Server, wobei verschiedene Nachrichtentypen wie Solicit, Advertise, Request, Reply, Renew, Rebind, Release und Decline zum Einsatz kommen. Bei der grundlegenden Konfiguration sendet der Client eine Solicit-Nachricht, woraufhin verfügbare Server mit Advertise antworten. Der Client wählt einen Server aus und fordert mit einer Request-Nachricht eine Adresse an, worauf der Server mit einer Reply-Nachricht die Zuweisung bestätigt. DHCPv6 führt das Konzept der Identity Association (IA) ein, das einen Satz von Adressen oder anderen Konfigurationsparametern mit einer Lebensdauer bündelt. Relay Agents ermöglichen die Kommunikation über mehrere Netzwerke hinweg.

Historisch löste RFC 3315 das ältere DHCP für IPv4 ab und wurde zum Standardwerk für die automatische IPv6-Konfiguration in verwalteten Netzwerken. Es definiert zentrale Elemente wie die DHCP Unique Identifier (DUID) zur Client-Identifikation, Multicast-Adressen für die Server-Suche sowie Authentifizierungsmechanismen. Obwohl das Protokoll später durch RFC 8415 abgelöst wurde, bildet RFC 3315 die Grundlage für die meisten heutigen DHCPv6-Implementierungen und bleibt in vielen älteren Systemen aktiv.